21 September 2015

Wenn man Gebrauch von der Public Cloud macht, sollte der jeweilige Anwendungsfall vorher genau geprüft werden. Welche Vor- und Nachteile die Public-Cloud-Nutzung mit sich bringt, stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Zudem zeigen wir Tools auf, mit denen eine Kosten- und Performance-Kontrolle durchgeführt werden kann.

Im Zeitalter der Cloud bieten ausgesuchte Cloud-Services sicherlich Vorteile für einige Unternehmen. So können beispielsweise auf Bedarf zusätzliche virtuelle Maschinen hochgefahren werden (sog. cloud-bursting) oder generell das kostenintensive Backup von Maschinen in die Cloud verlegt werden. Wo sind aber die Nachteile der Nutzung einer solchen Infrastruktur?

Die meisten Public-Cloud-Anbieter offerieren entsprechende virtuelle Instanzen. Weil man als Nutzer dieser Cloud-Form aber in der Regel keinen Zugriff auf den darunterliegenden Hypervisor hat, ist es auch nicht möglich, Zusatztools wie beispielsweise Backup-Agenten oder Antivirus-Software für die jeweiligen VMs zu installieren. Die in der Public-Cloud gemieteten VMs können durch den fehlenden Hypervisor-Durchgriff somit auch keinem ihrer existierenden Domains oder Cluster zugeordnet werden.

Das Backup dieser VMs in der Public Cloud sollte dann auch in der Public Cloud geschehen. Abweichungen oder Änderungswünsche davon, damit ein Backup dieser VMs in Ihrem Rechenzentrum stattfindet, sind durch die Cloud-Trennung aufwendig und kostenintensiv. Die meisten Backup-Tools unterstützen nämlich das Backup in die Cloud aber nicht das Backup aus der Cloud. Ein solches Backup führt weiterhin zu höherem Verbrauch von Storage I/O, Netzwerk-Traffic und ggf. Bandbreite.

Der Host liegt ebenfalls ausschließlich im Zugriff des Cloud-Providers. Jegliche Änderung dieser Infrastruktur obliegt dem Provider und wird von diesem eigenständig und ohne Rückfragen an die Nutzer durchgeführt. Dies kann bei Updates der Hosts zu „Störungen“ der darüber liegenden „Nutzerschicht“ führen.

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„pay as you use“ kann zu Preisabweichungen zu unterschiedlichen Tagesabschnitten führen. Quelle: pixabay

Die Idee von “pay as you use” gilt für alles, was man nutzt, egal ob CPU, Speicher oder Storage. Es können aber Preisabweichungen (Angebote) zu unterschiedlichen Tagesabschnitten auftreten. Es kann weiterhin zu unterschiedlichen CPU-Kosten kommen, da in der Regel verschiedene CPU-Typen angeboten werden. Die Darstellung der „Verbrauchskosten“ ist komplex und es kann schwierig werden, auf Basis dieser Darstellung die Kosten dem entsprechenden Verursacher zuzuordnen. Nutzt man keine Vorhersagetools oder Quotation-Tools, kann der monatliche Verbrauch stark variieren oder gar zu einer Überschreitung des geplanten Budgets führen.

Tools die Ihnen helfen können

Amazon Web Services (AWS) bietet dazu die „Billing and Cost Management Console” mit dem Cost Explorer und dem CloudWatch Monitoring-Service. CloudWatch monitort Performance und Cloud-Ressourcen. Es können entsprechende Alarmmeldungen bei Annäherungen oder Überschreitungen generiert werden.

Microsoft Azure verwendet einen ”pricing calculator”, der die Kosten voraussagt. Die Azure-Metriken sind eher auf Performance-Monitoring ausgerichtet. Trotzdem können beispielsweise für die Nutzung von Azure SQL Database entsprechende Schwellwerte und Alarme eingestellt werden.

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Eine Kosten- und Performance-Kontrolle ist essentiell. Quelle: pixabay

– Bei Google kann der IT-Verantwortliche die Billing API verwenden und diese mit einem Billing-Tool seiner Wahl verwenden.

Fazit

Es gibt Vorteile und Nachteile bei der Nutzung der Public Cloud. Eine Kosten- und Performance-Kontrolle ist daher zielführend. Der jeweilige Anwendungsfall muss also vorher genau geprüft werden.

Dieser Artikel stammt von der cloudmagazin.com-Redaktion, bestehend aus einem Team an vernetzten Journalisten und Experten aus dem ITK-Business-Umfeld. Die relevanten Inhalte zu diesem Beitrag lieferte Walter Hofmann, Director Cloud Services bei COMPAREX.

Quelle Headerbild: Flickr: Chris Potter – 3D Cloud Computing