22. Januar 2018

Shopping as a Service – wie Amazon Go den Einzelhandel verändert

Amazon hat ein Konzept entwickelt, wie Konsumenten lokal einkaufen können, ohne an der Kasse stehen zu müssen. Mit Amazon Go zeigt der US-Konzern einen ersten Supermarkt, der fast vollständig auf Mitarbeiter verzichten will.

Amazon hat seinen Kunden nie nur eine Sache verkauft. Stattdessen arbeitet das Unternehmen grundsätzlich anders als seine meisten Wettbewerber. Amazon ist nicht nur innovativ, sondern auch schlau. Der Versandriese ist berüchtigt für disruptive Geschäftsmodelle – Prime, Alexa und Amazon Instant Video seien nur zu nennen.


So soll der Supermarkt von Amazon funktionieren. (Quelle: YouTube)

Jetzt ist mit Amazon Go das neueste Geschäftsmodell an den Start gegangen, ein physischer Supermarkt, der Einkauf und Bezahlung komplett über das Smartphone abwickelt. Und Amazon wäre nicht Amazon, wenn man nicht schon weitere große Ankündigungen hätte: Das Unternehmen will zeitnah rund 2000 Lebensmittelgeschäfte mit dem gleichen Geschäftsmodell in den USA zu eröffnen.

Self-Service, statt Mitarbeiter

Amazon investiert eine beträchtliche Menge an Kapital und Energie in seinen sameday-Versand. Das zahlt sich aus, denn Millionen Kunden geben bereitwillig Ihre Daten an den Großkonzern und bieten so eine optimale Basis für die Analyse des globalen Kundenverhaltens. Und das hilft dem Allrounder auch dabei, regelmäßig neue Services zu entwickeln, die auf die verschiedenen Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnitten sind.

Mit dem kassenfreien Geschäftsmodell “Go” erschüttert das Unternehmen nun den stationären Einzelhandels – und sorgt auf diese Weise zumindest für eine heiße Diskussion. Der Konzern hat aber gute Chancen mit Go zumindest Elemente des Einzelhandels grundlegend zu verändern. Und hier spielt Amazons Erfahrung im der IT eine maßgebliche Rolle.


CNET hat sich Amazon Go zur Eröffnung angesehen. (Quelle: YouTube)

Um Kunden (ob lokal oder digital) mit ihrem Einkaufsverhalten, Präferenzen, Warenkorbinhalten und Rechnungsinformationen genau zu identifizieren, benötigt Amazon Zugriff auf eine Vielzahl von individuellen Daten. Hierzu nutzt das Unternehmen eine Mischung aus Computer Vision und Deep Learning, um zu erkennen, wie viele Artikel im Regal stehen und welche Artikel an welcher Position besonders gut verkauft werden.

Das sind Informationen, die auch der Einzehandel gerne hätte und bisher größtenteils aus arbeitsintensiver Marktforschung bezieht.

Amazon Go als Weckruf verstehen

In der Realität sind Konsumenten und Betreiber von Handelsketten wahrscheinlich mehr als nur ein paar Jahre von einem völlig kassiererlosen Einkaufserlebnis entfernt. Amazon Go ist mit Sicherheit aber jetzt schon ein Wegweiser für die Zukunft. So hat der Konzern etwa auch schon angekündigt, dass man das Konzept Go eventuell als Lizenz an große Einzelhandelsketten zugänglich machen möchte.

Und für Amazon haben die Stores einen weiteren Vorteil. So könnte das Unternehmen seinen Siegeszug von Prime Now und sameday-delivery nochmal deutlich beschleunigen – die Produkte sind letztlich schon im nächsten Supermarkt “auf Lager”.

Quelle Titelbild: Amazon

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