22. September 2016

Exklusiv im Bericht: So zocken Cyberkriminelle Krankenhäuser ab

Datenschutz und IT-Security sind mehr denn je wichtige Themen für Unternehmen. Gerade im Mittelstand will man sich jedoch oftmals von den Schattenseiten der Digitalisierung fern halten. Ein Report beweist nun: Durchschnittlich 100.000 US-Dollar erbeuten Cyberkriminelle von Unternehmen.

Produktionsunterlagen, Blaupausen oder eben auch Patientenakten – Informationen bringen viel Geld im digitalen Zeitalter. Das wissen auch die hochprofessionellen Hacker und Datendiebe, die sich teilweise sogar global vernetzen.

Ganze neue Branchen sind aus dem Geschäft mit den Daten von Unternehmen entstanden. Im neuesten Security Report zeigt das Herausgeber Intel Security eindrücklich. Im Security Briefing gab es für die Redaktion von cloudmagazin.com erste Einblicke in den aktuellen Report.

Besonders das Gesundheitswesen betroffen

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Cyberkriminalität wächst zu einem der bedeutendsten Geschäftszweigen, das weiß auch Intel und will seine Kunden darauf vorbereiten. (Bild: Evernine)

Zu den Gründen für den Anstieg von IT-Angriffen speziell auf Krankenhäuser gehören deren veraltete IT- Systeme, medizinische Geräte mit schwachem oder gar nicht vorhandenem Schutz, Dienste von Drittanbietern sowie der von Krankenhäusern unmittelbar benötigte Zugang zu Informationen und Daten, um die bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Insgesamt identifizierte Intel Security Zahlungen von fast 100.000 US-Dollar, die Krankenhäuser nach Ransomware- Angriffen auf Bitcoin-Konten – eine digitale Währung – überwiesen haben.

Dennoch macht das Gesundheitswesen noch einen relativ kleinen Anteil des „Geschäfts“ mit Ransomware aus. Doch McAfee Labs, eine Tochter von Intel Security, sagt eine steigende Anzahl solcher Angriffe auf neue Industriezweige vorher.

So haben die Untersuchungen einen Cyber-Kriminellen identifiziert, der durch das Geschäft mit Ransomware über 121 Millionen US-Dollar erhalten hat.

„Krankenhäuser stellen eine attraktive Kombination aus relativ schwacher Datensicherheit, komplexen Umgebungen und dem dringend notwendigen Zugriff auf Daten dar. Die neuen Erkenntnisse rund um das Ausmaß von Ransomware-Netzwerken und den sich abzeichnenden Fokus auf Krankenhäuser zeigen uns, dass Cyber-Kriminalität die Fähigkeit und die Motivation besitzt, neue Branchen gezielt auszubeuten.“, kommentiert Vincent Weafer, Vice President von Intel Securitys McAfee Labs.

Kriminelle Trends 2016

Im zweiten Quartal 2016 hat das globale Bedrohungsinformationsnetzwerk von McAfee Labs 316 neue Gefahren pro Minute erkannt – mehr als fünf jede Sekunde – und einen Anstieg von Ransomware, Mobile und Macro-Malware registriert:

  1.  Ransomware: Mit 1,3 Millionen neuen Ransomware-Samples dokumentiert McAfee Labs die höchste je gemessene Anzahl. Die Gesamtzahl ist im Vergleich zum letzten Jahr um 128 Prozent angestiegen.
  2.  Mobile Malware: Die fast zwei Millionen neuen Mobile Malware-Samples waren die höchste Anzahl, die jemals von McAfee Labs dokumentiert wurde. Die Gesamtzahl von Mobile Malware ist um 151 Prozent angestiegen.
  3.  Macro-Malware: Neue Downloader-Trojaner wie Necrus sowie Dridex infizieren Computer mit Locky-Ransomware und sorgen für einen Anstieg von neuer Macro-Malware im zweiten Quartal 2016 von mehr als 200 Prozent.
  4.  Mac OS-Malware: Durch die verringerte Aktivität der sogenannten OSX.Trojan.Gen-Adware-Familie sank Mac OS-Malware im zweiten Quartal um 70 Prozent.
  5.  Netzwerkangriffe: Browser-Angriffe gingen, verglichen mit dem letzten Quartal, um acht Prozent zurück. Diese sehr verbreiteten Angriffstypen werden meist von Brute Force-, SSL-, DNS-, Scan-, Backdoor- und anderen Angriffen begleitet.

 

Quelle Titelbild: Evernine