23 April 2021

Für Unternehmen gibt es derzeit reichlich gute Gründe um im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie über einen Umstieg von internen Softwarelösungen über Cloud-Lösungen nachzudenken. Für Geschäftsführung und Aktionäre steht dabei meist die Kostenminimierung im Vordergrund. Denn durch Cloud-Hosting lässt sich die Softwarestruktur effizienter betreiben und Veränderungen des Geschäftsmodells können direkt skaliert werden. Während diese Flexibilität die letzten Jahre keinen großen Stellenwert hatte, ist sie aktuell zu einem Haupttreiber für Cloud-Lösungen geworden. Besonders im letzten Jahr mussten viele Unternehmen sehr schnell auf Disruption reagieren. Zurzeit beobachtet man eine Kehrtwende bei vielen Firmen – alles was früher schlecht war, ist heute erstrebenswert. Ein ‚leanes‘ Produkt und eine schnelle und ergebnisorientierte Implementierung sind wichtiger denn je. Dies gilt vor allem für das Kundenerlebnis, denn konsequente Kundenbeziehungsprozesse und die Einhaltung der Serviceversprechen, wie beispielsweise Erreichbarkeit, Lieferzeiten und Retourenabwicklung, sind ausschlaggebend für eine langlebige Kundenbindung.

Fokus auf den Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten

Einer der größten Vorteile einer (Public) Cloud ist die Reduktion auf das Wesentliche. Grundsätzlich werden alle wichtigen und relevanten Anforderungen von Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen erfüllt. Die Cloud ist dabei stark auf Kernprozesse fokussiert, was allerdings nicht bedeutet, dass nicht mehr innovativ oder flexibel gearbeitet werden kann. Mit einem Cloud-Entwicklungskonzept und der „Business Technology Platform“ von SAP beispielsweise lassen sich entkoppelt vom Kernprodukt individuelle und perfekt zugeschnittene Prozesse entwickeln. Zudem bieten die SAP-Clouds eine Datensicherheit, die kaum ein Unternehmen intern abbilden könnte. Mit einem digitalen Mindset und der Anleitung eines starken Implementierungspartners spricht somit nichts mehr gegen Cloud-Lösungen.

Oft fehlt das „digitale Mindset“

Cloudmagazin der Corona Effekt

Unternehmen müssen über ein „digitales Mindset“ verfügen und offener für Veränderungen werden. Quelle: pexels / Nothing Ahead

Um wirklich wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen noch offener für Veränderungen werden.  Es ist wichtig flexibel zu sein und auf Disruption reagieren zu können. Schlanke „Best Practise Prozesse“ können dabei helfen Software schnell zu implementieren. Dabei sollten aber immer nur die Standard IT-Prozesse angepasst werden, die einem Unternehmen einen unbestrittenen Geschäftsvorteil gegenüber dem Wettbewerb verschaffen. Doch selbst wenn alle Beteiligten das verinnerlicht haben und über ein „digitales Mindset“ verfügen, ist es nötig, dass die Änderungen im Unternehmen mittels Änderungsmanagement in einem digitalen Transformationsprojekt proaktiv begleitet werden.

 

Denn Änderungen sind für alle Beteiligten zu erwarten, dies vorab mit einzuplanen ist einer der wichtigen Erfolgsfaktoren auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen.

Der Druck geht vom Business aus

Aktuell sieht man eine Veränderung bei der Herangehensweise: früher war der Wunsch nach einer neuen Softwarelösung von der internen IT getrieben. Heute, und das gilt auch für Cloud-Lösungen, geht der Druck eher vom Business aus. Denn Verkauf, Marketing und Co. möchten gerade in Zeiten wie diesen die Customer Experience verbessern um die Kunden zu binden. Die Herausforderung ist, dabei Themen wie Compliance, Datensicherheit, Back-up, User Management und Lizenzverwaltung in die Cloud-Strategie zu integrieren. Die Einbeziehung der internen IT bei einem digitalen Transformationsprojekts ist dabei absolut notwendig. Digitalisierung ist ein Weg, der nur zusammen angegangen werden kann.

Cloud Produkte bei CRM fast vollständig durchgesetzt

Auf dem Markt gibt es diverse Player die verschiedene CRM Clouds anbieten. Diese Produkte haben jeweils einen unterschiedlich ausgerichteten Fokus und bringen je nach Unternehmensvorstellung individuelle Vor- und Nachteile mit sich. Die einen Anbieter fokussieren sich rein auf den CRM-Teil, manche auf das User Interface oder die Usability. Wiederum andere Anbieter, wie zum Beispiel die SAP, bieten ein CRM Produkt an, binden dieses dann aber nahtlos in die betrieblichen Prozesse ein. Die Entscheidung der Firmen für eines dieser Produkte ist zum einen abhängig vom Marketing des Softwareanbieters, zum anderen aber auch vom vertrieblichen Ansatz der Hersteller und der Beratungshäuser. Aus persönlicher Sicht denke ich, dass es wichtig ist die Wertschöpfung von einem intelligenten CRM System in den Fokus zu setzen, KPIs zu verbessern und explizit auf die Kundenbedürfnisse einzugehen. Durch die Pandemie wird die Kundenorientierung nochmal auf ein anderes Level gebracht, denn einen Kunden zu verlieren kann sich aktuell niemand leisten. Daher ist die Lösung einer schnell und straff implementierten CRM Cloud naheliegend.

Trend der Cloud auch in ERP bemerkbar

Die Bewegung in Richtung Cloud ist auch bei ERP Produkten zu sehen, sowohl bei Neu- als auch bei Bestandskunden. Bei SAP beispielsweise ist das Spektrum der Möglichkeiten mit dem “RISE with SAP” Programm um eine „Conversion Option“ und einer Systemkopie in die Cloud deutlich erweitert worden. Auf dem Weg der Digitalisierung bemerke ich oft, dass der Bedarf „alte Zöpfe“ mit in die Cloud zu nehmen noch besteht. Hier ist es ratsam mit einem Cloud-Experten zusammen zu arbeiten, um die daraus resultierenden Auswirkunden hinterfragen zu lassen.  Nur so lassen sich alternative und digitaltaugliche Herangehensweisen entdecken und umsetzen. Das bedeutet zwar nicht, dass jegliche Systemanpassung wegfallen wird, allerdings sollte man deren reale Wertschöpfung für das Unternehmen hinterfragen. Das Ziel einer Transition in eine Cloud sollte es sein robuste Prozesse zu etablieren und das Unternehmen damit zu befähigen schnell und innovativ auf Trends und Disruption zu reagieren.

 

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Quelle: CNT Management Consulting

 

 

Über den Autor

Sven Kohl, Director Sales & Advisory bei CNT Management Consulting

 

 

 

Quelle Titelbild: CNT Management Consulting