Die Gartner-Auguren rechnen 2025 mit weltweiten KI-Ausgaben von fast 1,5 Billionen Dollar. 2026 sollen sie bereits die Zwei-Billionen-Marke knacken. Von einem vorübergehenden Hype könne längst keine Rede sein – Gartner sieht KI damit in einer Reihe mit dem Internet und Cloud-Computing.
Maßgebliche Treiber der stark wachsenden Ausgaben für künstliche Intelligenz einschließlich GenAI sind laut Gartner und Computerwoche die Integration in Smartphones und PCs sowie die zugrundeliegende Infrastruktur.
Die US-Marktforscher von Gartner rechnen 2025 mit weltweiten KI-Ausgaben von nahezu 1,5 Billionen Dollar. 2026 sollen diese dann schon auf über zwei Billionen Dollar ansteigen. Das wäre etwa das Dreifache des für 2026 vorgesehenen deutschen Bundeshaushalts von rund 520,47 Milliarden Euro und mehr als doppelt so viel wie die KI-Ausgaben von 987,9 Milliarden Dollar im Jahr 2024.
Hyperscaler investieren en masse

Bis 2028 wird praktisch kein Smartphone, Tablet oder PC mehr ohne KI ausgeliefert. Bildquelle: Pexels / energepic.com
„Wir gehen von einer kontinuierlichen Ausweitung der Investitionen in KI-Infrastrukturen aus. Große Hyperscaler stecken weiterhin massiv Geld in Rechenzentren mit KI-optimierter Hardware und GPUs, um ihre Dienste im großen Maßstab auszubauen“, zitiert Computerwoche den Gartner-Vize John David Lovelock. Kein Unternehmen könne sich KI noch entziehen.
Weiter sagt er: „Die Investitionslandschaft im Bereich KI geht zudem längst über die traditionellen US-Technologieriesen hinaus. Zunehmend treten auch chinesische Unternehmen und neue Anbieter von KI-Cloud-Diensten in den Markt. Gleichzeitig verschafft das anhaltende Engagement von Risikokapitalgebern für KI-Unternehmen den globalen KI-Ausgaben zusätzlichen Auftrieb.“
2024 flossen die meisten KI-Ausgaben noch in Services, aber 2025 haben sich schon GenAI-gestützte Smartphones an die Spitze gesetzt. Den Gartner-Prognosen zufolge werden diese 2026 mit fast 400 Milliarden Dollar den größten Teil der weltweiten KI-Ausgaben einnehmen, gefolgt von KI-optimierten Servern einschließlich Beschleuniger, KI-Services und KI-Chips.
KI-optimierte überholen bald traditionelle Server
Als besonders frappierend bezeichnet Lovelock die erwartete Entwicklung bei den KI-optimierten Servern (mit GPU- und Non-GPU-Beschleunigern). Dieser Anteil der globalen KI-Ausgaben soll sich von 2024 bis 2026 mehr als verdoppeln: „Die Höhe der Ausgaben dafür ist schwindelerregend, wenn man bedenkt, dass heute praktisch alles in der Welt auf traditionellen Servern läuft – sei es das Bankensystem, das Visa-System für Reisen, oder all die Dienste, die Amazon, Microsoft, Google, Tencent, Alibaba oder Baidu betreiben“. Seiner Einschätzung nach werde 2027 und 2028 mehr Geld in solche KI-optimierten als in traditionelle Server fließen.
Dabei bleibe der Bedarf an Servern, die Banken, Handelshäuser oder Hyperscaler kaufen, unverändert hoch. GenAI-Server brächten vornehmlich Neugeschäft und würde bestehende oder andere Investitionen in dem Bereich nicht kannibalisieren.
KI in Endkunden-Hardware bleibt „Beiwerk“
Bei KI-PCs sei es anders, da würde künstliche Intelligenz größtenteils mitverkauft und nicht speziell auf Kundennachfrage. Wer heute einen PC kaufe, wolle das Modell für sein Budget und suche nicht gezielt nach KI-optimierten oder KI-fähigen Geräten. Ähnlich verhält es sich auch bei Smartphones mit KI-Funktion. Viele User könnten damit noch nichts anfangen, dennoch wird es 2025 und 2026 laut Gartner schon das größte KI-Segment sein.
Unterm Strich sei KI also unvermeidbar. „Wir befinden uns längst nicht mehr in einer Situation, in der darüber diskutiert wird, ob KI kommen wird oder nicht“, so Lovelock. Vielmehr werde es bis 2028 praktisch unmöglich sein, noch ein Handy, einen PC, ein Tablet oder Notebook zu kaufen, ohne dass die Technologie in der einen oder anderen Form an Bord ist.
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