14 April 2015

Ein Leichtgewicht unter den Prothesen, starke und gleichzeitig flexible Materialien aus einem 3D-Drucker, ein problemloses Alltags- und Arbeitsleben und das alles für 650 englische Pfund – das bietet das Wearable auf dem Siegertreppchen des „intel make it wearable Contest“.

Mit seinen Händen arbeiten, etwas kreieren, etwas erschaffen – ist einer von vielen möglichen Schritten sich zu verwirklichen. Einem Menschen ohne zweite Hand die Möglichkeit zu bieten mit Hilfe einer Prothese ein halbwegs normales Leben zu führen und genau dies zu tun, ist heute zwar möglich, aber entweder muss auf Funktionalität verzichtet werden oder man kann sich die extrem teuren Roboter-Hand-Fabrikate einfach nicht leisten.

Open Hand Bionics

Die Open Hand in Benutzung. Quelle: Downloadbereich openbionics.com

Einsatz moderner Technologien zu günstigen Kosten

Das junge Unternehmen Open Bionics aus Bristol in England hat sich der Problematik angenommen und eine künstliche Hand entwickelt, deren Bauteile mit einem 3D-Drucker gedruckt werden können und so günstig und problemlos nachlieferbar sind. Flexible Handbewegungen sind auf Grund der Stahl-Bänder in der Open Bionics Hand sehr nahe an der Realität und könnten eine reibungslose Benutzung im Büro oder beispielsweise in der Produktion ermöglichen. Die Gummi Oberfläche mit einem rutschfesten Gripp stellt die Haut dar – die „Plastik-Knochen“ kommen aus dem Drucker. Daher auch die Erklärung für die niedrigen Kosten, pro Finger entstehen hier circa Kosten von ungefähr einem Pfund, einer solchen Hand. Nur zum Vergleich: die derzeit führende alternative, „I-Limb“, liegt bei 25000 bis 80000 Pfund.

Ist die Open Hand zukunftsweisend?

In Sachen Herstellung und Weichenstellung für den Research Markt im Prothesen Bereich auf jeden Fall.

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Eine Softwarelösung wäre in diesem Falle natürlich optimal, zeitsparend und definitiv eine Eintrittskarte in den Massenmarkt. Mitarbeiter eines produzierenden Unternehmens in einem Entwicklungsland, aber auch Mitarbeiter eines Dienstleistungsunternehmens mit einem Bürojob profitieren hierbei. Smartphones, Tablets und PC´s sind nahezu weltweit und in jedem Unternehmen verfügbar – eine schnelle, smarte Konfiguration der Open Hand könnte so an der Arbeitsstelle eines Prothesenträgers vorgenommen werden und sich so einfach auf andere Bewegungsmuster im Arbeitsprozess anpassen lassen. Im Zeitalter der Cloud lässt sich das Ganze noch ein bisschen weiter spinnen, und so könnte in Zukunft jede Open Hand auf dem Weg von der Arbeitsstelle nach Hause über das Smartphone oder Tablet eingestellt werden, dass vom eigens vorkonfigurierten „Work-Modus“ in den „Freizeit-Modus“ umgeswitcht werden könnte.

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Joel Gibbard ist stolz auf sein Produkt. Quelle: Downloadbereich openbionics.com

Mit dem 2. Platz beim „Intel make it wearable Contest“ ist ein großer Schritt in die Verwirklichung dieser Vision getan. Aufmerksamkeit, eine Kooperation mit Intel und Fördergelder bringen viel Veränderung in das kleine Unternehmen aus Bristol – Die noble, grundlegende Idee des Gründers Joel Gibbard bleibt aber unverändert: „Ich versuche nicht wirklich Geld damit zu machen, ich will den Menschen einfach nur helfen.“

Sehen Sie hier mehr zum Projekt:

Quelle Video: Make It Wearable Finalists. Meet Team Open Bionics/ Youtube.

 

Quelle Header-Bild: Flickr / Chris IsherwoodCC BY-SA 2.0

Dieser Artikel wurde von Doris Breitenreuter verfasst. Sie ist zuständig für Business-IT-Themen bei der Münchner Kommunikationsagentur Evernine. Regelmäßige Veröffentlichungen für IT-Magazine wie T3N Digital Pioneers und ChannelPartner gehören zu ihrem Repertoire. Twitter: @breitenreuter