28 Juni 2017

Die Zahl der Ransomeware-Angriffe steigt weiter drastisch. Nach dem WannaCry-Hack, der international zu Chaos geführt hat, verbreitet sich nun ein Virus in der ganzen Welt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen könnten betroffen sein.

Die sozialen Netzwerke sind voll davon: Anscheinend gibt es eine neue Reihe von Ransomware-Attacken. Dieses Mal haben sie ihren Ursprung wohl in der Ukraine. Die Malware könnte der Petya-Familie angehören. 

Wie funktioniert Petya?

Anders als andere Crypto-Trojaner verschlüsselt Petya nicht einzelne Dateien, sondern hat es auf das gesamte Dateisystem abgesehen. Der Virus greift den MBR (master boot record) an, das für das Laden des Betriebssystems nach dem Computerstart verantwortlich ist.

„Zur Verbreitung scheint sie eine Kombination aus einem SMB Exploit (EternalBlue), wie er auch bei WannaCry zum Einsatz kam, zu verwenden. So verschafft sie sich Zugriff auf das Netzwerk, wo sie sich durch PsExec weiter verbreitet„, erklärt ESET Forscher Robert Lipovsky.

Diese gefährliche Kombination kann die Ursache dafür sein, warum der Ransomware-Ausbruch so schnell und global erfolgt. Es braucht nur einen ungepatchten PC, um in ein Netzwerk zu gelangen. Mit Administratorrechten verbreitet sich die Ransomware dann auf alle anderen Computer im Netzwerk.

Viele Unternehmen bereits betroffen

Ein Tweet des Journalisten Christian Borys behauptet, dass der Cyberattack „angeblich“ gegen Banken, Stromnetze und Postfirmen geht. Auch die Regierung sei Opfer des Angriffs geworden. Borys veröffentlichte ein Bild, welches vom Facebook-Account des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine Pavlo Rozenko stammt. Darin ist ein womöglich verschlüsselter Computer erkennbar.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der ESET,
Juni 2017.

Quelle Titelbild: iStock / wakila

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