16. Januar 2018

Mit OMS zur digitalen Stadt

Die Digitalisierung lässt die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt zunehmend verschwinden. Wie Behörden nun IoT und OMS nutzen möchten, um diese noch weiter zu reduzieren und so den Weg zu einer digitalen Stadt zu ebnen, erfahren Sie hier.

Digitalisierung soweit das Auge reicht. Ob flächendeckender Ausbau kostenloser WLAN-Netze, ein größeres Angebot an digitalen Bürgerdiensten oder die Einführung einer intelligenten Verkehrslenkung: Deutsche Städte sind auf dem Vormarsch. Auch in Behörden spielt Digitalisierung eine immer größere Rolle. Hier kommt dem Digital Workplace eine besondere Bedeutung zu. Doch der mobile Zugriff auf das Mail-Postfach kann nicht alles sein. Angestrebt wird ein Informationssystem, in dem Informationen losgelöst von Dokumenten stets via IoT verfügbar sind. Dafür müssen jedoch die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt aufgehoben werden. Und hier kommt OMS ins Spiel.

Was ist eigentlich OMS und was bringt es?

OMS steht für Object Management System. Ein OMS ermöglicht es, reale Gegenstände virtuell zu definieren und zu verwalten und so als digitale Informationsquelle zu nutzen. Dadurch kreiert OMS eine Brücke zwischen der realen und der virtuellen Welt.

Damit das möglich ist, müssen reale Gegenstände mit einem Sensor ausgestattet werden. Dieser macht physische Objekte smart und bildet die Basis für die Vernetzung mit virtuellen Objekten. Die Kommunikation erfolgt dann via energieeffizienten Long-Range-Technologien, Wi-Fi oder anderen Internetprotokollverbindungen.

Mittels Sensorik werden reale Objekte zur digitalen Informationsquelle im OMS.

Mittels Sensorik werden reale Objekte zur digitalen Informationsquelle im OMS. (Quelle: BCT Deutschland)

 

Die gemessenen Sensordaten enthalten sowohl Angaben zu den physischen Eigenschaften eines Objekts als auch zu dessen Funktion oder Verhalten. Diese Daten werden in einem Data Center gespeichert, wo sie für das OMS zur Verfügung stehen. Aus dem realen Objekt wurde ein virtueller Gegenstand.

Auch wenn ein OMS ein autonom arbeitendes System ist, lässt es sich in eine bestehende Infrastruktur, beispielsweise das einer Behörde, anbinden. Mittels Open APIs kann es so eine Vielzahl an dokument- und prozessverarbeitender Systeme, etwa ERP- oder CRM-Software, unterstützen. Anfragen, die die smarten Objekte im Optimalfall selbstständig an die Behörde stellen, können so schnell verarbeitet werden. OMS kann wahlweise in Form einer Website, als Portal oder App genutzt werden und ist zudem flexibel an besondere Bedürfnisse anpassbar.

Ein Anwendungsszenario

OMS könnten beispielweise bei Immobilien zum Einsatz kommen. Im Datacenter wären dann etwa Informationen zu Anschrift, Quadratmeterzahl und Mietverträgen des Gebäudes hinterlegt. Auch könnte man einzelne zum Gebäude dazugehörige Objekte virtualisieren, etwa einen Müllcontainer. Diesem wird innerhalb des Systems dann eine ID, Standort, Größe, Baujahr, Hersteller und das für die Leerung verantwortlichen Entsorgungsunternehmen zugeordnet.

Mittels des Sensors wird der Status des physischen Objekts – beispielsweise „Der Müllcontainer ist voll.“ – ermittelt und an das OMS weitergegeben. Durch die ID wird das entsprechende virtuelle Objekt erkannt. Das OMS und die Informationen sind wiederum an das Case Management System der Behörde angeschlossen, über das entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Beispielsweise muss das Entsorgungsunternehmen informiert werden, dass der Müllcontainer zu entleeren ist. Das Statusupdate „Der Müllcontainer ist leer“ wird wiederum an das OMS weitergeleitet, damit der entsprechende Vorgang im Case Management System als abgeschlossen gilt.

Müllcontainer

Wenn der Müllcontainer zur digitalen Informationsquelle wird. (Quelle: BCT Deutschland)

 

Langfristig kann ein OMS auch für Maschine-zu-Maschine- (M2M) Kommunikation eingesetzt werden. Dann kann sich der volle Container eigenständig beim Fuhrpark des Entsorgers melden, um geleert zu werden. OMS ermöglicht semantische Kontextanalysen, dank derer das Wissen über das Objekt vermehrt werden kann. Dadurch erreicht das System künstliche Intelligenz, durch die die Routenplanung eines Entsorgungsunternehmens in Echtzeit optimiert und angepasst werden kann. Im Zeitablauf zeigen die gesammelten Daten gewisse Muster auf und können so dazu genutzt werden, die Prozesse zu optimieren. Durch OMS wird somit wirtschaftlich nutzbares Wissen generiert.

Security is key

Mit dem durch OMS erhöhten Austausch an Daten und Informationen steigt auch das Sicherheitsrisiko. Auf Entwickler-Ebene wird auf die Einhaltung spezifischer Sicherheitsmaßnahmen nach den Methoden „Security by Design“ und „Privacy by Design“ geachtet. Außerdem schützt eine Zugriffsbeschränkung mittels Identity Access Management: Jedes definierte Objekt kann nur von autorisierten Mitarbeitern eingesehen werden.

Eine neue Richtung für Behörden

Ob Smartwatch oder Alexa, im Privatleben ist die Digitalisierung längst angekommen. Doch nun gehen auch Behörden einen Schritt in Richtung digitale Stadt. Neben E-Government-Gesetzen und Portal-Zusammenschlüssen kann OMS eine zentrale Rolle dabei spielen, den Informationsaustausch zu revolutionieren. Wenn physische Objekte zu digitalen Informationsquellen werden, bietet das die Basis, den Arbeitsalltag der Mitarbeiter zu erleichtern, Prozesse effizienter zu steuern und miteinander zu verknüpfen sowie Informationen gewinnbringend zu nutzen.

 

Dieser Beitrag basiert auf einem Fachbeitrag von Math Huntjens, Manager Technology bei der BCT Deutschland GmbH

Quelle Titelbild: iStock / chombosan