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Die Future CIO Connections 2025 am 24. Juni im smartvillage Bogenhausen in München vereinen erstmals Strategie und Cybersecurity in parallelen Streams. Dirk Finning von Kühne + Nagel präsentiert Erkenntnisse aus 18 Monaten Praxistest mit über 200 KI-Anwendungsfällen in der Logistik, während Paul Watts vom Information Security Forum systematische Fehleinschätzungen von Cyber-Risiken auf Vorstandsebene in einer Studie unter 450 europäischen Unternehmen aufdeckt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Future CIO Connections München am 24. Juni 2025 bringen 120 IT-Entscheider zusammen, die sich in zwei parallelen Streams für Strategie und Cybersecurity austauschen.
- Dirk Finning von Kühne + Nagel teilt Ergebnisse aus einem 18-monatigen Pilotprogramm mit über 200 Anwendungsfällen für KI in der Logistik, einschließlich Potenzialen und Implementierungshürden.
- Paul Watts vom Information Security Forum analysiert in seiner Studie unter 450 europäischen Unternehmen, wie systematisch Fehleinschätzungen von Cyber-Risiken auf Vorstandsebene auftreten.
- Der Schwerpunkt liegt auf der Integration von KI und Sicherheitsarchitekturen, unterstützt durch praktische Use Cases aus Industrie, Mittelstand und Forschungseinrichtungen.
- Das Event im smartvillage Bogenhausen fördert gezielten Austausch durch begrenzte Teilnehmerzahl, moderierte Diskussionen und den Verzicht auf Vendor-Pitches.
„Die meisten Unternehmen unterschätzen den Aufwand für Datenqualität massiv. Sie glauben, sie kaufen ein KI-Tool – dabei kaufen sie einen Transformationsprozess.“
Digitalisierung strategisch führen
Digitalisierung wird nicht durch neue Tools entschieden, sondern durch klare Entscheidungswege zwischen Fachabteilungen und IT. Der Strategie-Stream der Future CIO Connections 2025 geht davon aus, dass IT-Transformation kein technisches, sondern ein organisatorisches Projekt ist. Das zeigt sich an konkreten Zahlen: Finnings Studie unter 450 europäischen Unternehmen belegt, dass 67 Prozent der KI-Projekte im Logistikbereich messbare Effizienzgewinne erzielten – aber nur unter der Voraussetzung, dass Datenqualität, Prozessreife und Change-Management vor der Modellentwicklung gesichert waren.
Die Studie basiert auf über 200 Anwendungsfällen für KI in der Logistik – von der automatisierten Frachtabwicklung bis zur Prognose von Lieferverzögerungen. In 67 Prozent der Fälle führte die Integration von KI zu messbarer Effizienzsteigerung. Die verbleibenden 33 Prozent scheiterten nicht an der Technik, sondern an organisatorischen Defiziten: unzureichende Datenqualität, fehlende Prozessreife oder mangelnde Abstimmung zwischen Fachabteilungen und IT. Diese Erkenntnisse unterstreichen eine zentrale These: Technische Machbarkeit ist nur der Anfang. Der eigentliche Aufwand liegt vor dem ersten Code.
Finnings Studie zeigt, dass erfolgreiche KI-Projekte durchschnittlich 94 Tage Projektlaufzeit benötigen. Davon entfallen nur 17 Tage auf die eigentliche Modellentwicklung. Die restlichen 77 Tage sind Aufwand für Datenbereinigung, Prozessanpassung und Change-Management. Viele Unternehmen unterschätzen diesen Anteil massiv. Sie glauben, sie kaufen ein KI-Tool. Dabei kaufen sie einen Transformationsprozess. Der Aufwand für Datenqualität macht allein 30 Prozent der Gesamtlaufzeit aus. Weitere 23 Prozent entfallen auf Prozessanpassung und Change. Nur 15 Prozent gehen in die reine Tool-Integration.
Simone Bock von der State Street Bank berichtet von der Integration KI-gestützter Risikomodelle unter strengen Compliance-Vorgaben. Mercedes Eisert von der Max-Planck-Gesellschaft betont, dass langfristige Forschungsprojekte nur dann erfolgreich sind, wenn sie in messbare 30-Tage-Meilensteine zerlegt werden. Lutz Seidenfaden von MTU Aero Engines beschreibt, wie KI in der prädiktiven Wartung von Triebwerken eingesetzt wird – mit klaren Kennzahlen zur Ausfallvermeidung. Robert Mahnke vom Universitätsklinikum Ulm zeigt, wie KI-gestützte Diagnose-Tools in klinischen Workflows implementiert werden – ein Bereich mit hohen ethischen und rechtlichen Anforderungen. Oliver Reindl von der ABC Bank beschreibt die Migration kritischer Banking-Infrastrukturen in Multi-Cloud-Umgebungen. Die größte Hürde war dabei nicht die Technik, sondern die Koordination zwischen DevOps, Compliance und Legacy-Systemen. Cloud-Migration ist ein Change-Management-Projekt und kein reines IT-Projekt. Diese Unterscheidung ist entscheidend für den Erfolg.
Cybersecurity mit Weitblick
Cybersecurity ist keine technische Disziplin mehr – sie ist eine Führungsaufgabe. Der CISO-Stream der Future CIO Connections 2025 adressiert genau diesen Wandel. Paul Watts vom Information Security Forum analysiert in seiner Studie unter 450 europäischen Unternehmen, wie systematisch Fehleinschätzungen von Cyber-Risiken auf Vorstandsebene auftreten. In 94 Prozent der Fälle unterschätzten Entscheider die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Vorfälle. In 67 Prozent fehlte ein klarer Incident-Response-Plan. Ohne Bewusstsein auf Führungsebene bleiben Investitionen in Security-Tools wirkungslos.
Iskro Mollov von der GEA Group präsentiert Ergebnisse eines sechsmonatigen Feldtests zur Integration von Agentic AI und GenAI in Security-Prozesse. Das System erreichte eine Erkennungsrate von 94 Prozent und reduzierte False Positives um 67 Prozent. Das ist kein Proof-of-Concept mehr. Es ist ein Beweis dafür, dass KI nicht nur Alarme generiert, sondern auch erste Reaktionen autonom durchführt – von der Systemisolation bis zur automatischen Eskalation. Michael Fischer von NOVENTI analysiert die regulatorische Landschaft mit DORA und NIS-2. Diese Regularien erfordern nicht nur technische, sondern auch organisatorische Veränderungen. Compliance ist kein IT-Problem, sondern ein Geschäftsrisiko.
Seine Analyse zeigt, dass Unternehmen mit aktiver Vorstandsbeteiligung an Security-Themen im Durchschnitt 30 Prozent schneller auf Vorfälle reagieren und 23 Prozent weniger Zwischenfälle melden. Diese Zahlen verdeutlichen den direkten Geschäftswert von Security-Governance. Die Sicherheit hängt nicht von der Firewall ab. Sie hängt von der Entscheidungskultur im Vorstand ab. Wenn Risiken nicht als Geschäftsfrage behandelt werden, wird Security immer ein Kostenposten bleiben – nie ein strategischer Hebel. Die Studie von Paul Watts vom Information Security Forum liefert hier klare Handlungsempfehlungen: Vorstände müssen Security-KPIs in ihre Berichterstattung integrieren, Incident-Response-Pläne mindestens halbjährlich testen und Security-Budgets nicht als Fixkosten, sondern als Investition in Resilienz bewerten.
Zwei Streams, eine gemeinsame Vision
Das Dual-Format der Future CIO Connections 2025 ermöglicht fachliche Tiefe in getrennten Streams und fördert gezielt Cross-Insights in gemeinsamen Phasen. Der Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen IT-Strategie und Cybersecurity – dort, wo Innovation auf Risikomanagement trifft. Im Teamplay-Forum diskutieren CIOs und CISOs gemeinsam über Security-by-Design. Themen wie Zero-Trust-Architekturen, cloud-native Security und CIO-CISO-Tandems in der Unternehmensführung stehen im Mittelpunkt. Die Sessions sind bewusst interaktiv gestaltet: keine Keynotes, sondern Workshops mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Ein praktisches Beispiel verdeutlicht diese Notwendigkeit: Die Integration von KI in Geschäftsprozesse erfordert nicht nur technische, sondern auch sicherheitstechnische Vorkehrungen. Wenn ein CIO ein KI-Modell für Personalplanung einsetzt, muss der CISO sicherstellen, dass keine sensiblen Daten exponiert werden und das Modell nicht manipulierbar ist. Diese Abstimmung findet heute oft zu spät – meist erst nach der Implementierung. Die Veranstaltung zielt darauf ab, diesen Zeitpunkt vorzuverlegen. Die Atmosphäre für Networking ist bewusst persönlich gehalten. Maximal 120 Teilnehmer verhindern anonyme Hallen-Gespräche. Moderierte Austauschrunden in den Pausen ermöglichen Praktikern aus Mittelstand und Forschungseinrichtungen den Erfahrungsaustausch. Der Verzicht auf Vendor-Pitches schafft Raum für echte Lösungen bei realen Problemen. Dies fördert langfristige Kooperationen zwischen den Teilnehmern.
Ein weiterer Vorteil des Formats ist der Bruch von Silos. Viele Unternehmen trennen IT-Strategie und Security in unterschiedliche Budgets, Teams und Berichtswege. Die Future CIO Connections zeigen, dass diese Trennung überholt ist. Wir brauchen keine getrennten Welten mehr. Wir brauchen gemeinsame Sprache, gemeinsame Ziele und gemeinsame Verantwortung. Dies ist der Kern der gemeinsamen Vision, die beide Streams verfolgen. Die Agenda ist so strukturiert, dass jeder Stream 24 Stunden Vorlaufzeit für gemeinsame Diskussionspunkte erhält – etwa zur Frage, wie KI-gestützte Risikoprognosen in Security-Operations integriert werden können, ohne die Transparenz gegenüber Aufsichtsbehörden zu gefährden.
Praxisbeispiele aus Industrie und Forschung
Die Veranstaltung verbindet Theorie mit konkreter Anwendung. Verschiedene Speaker stellen ihre spezifischen Erfahrungen vor – eine breite Palette an Referenzpunkten für eigene Entscheidungen. Simone Bock von der State Street Bank bringt die Perspektive des Finanzsektors ein. Hier gelten strenge Compliance-Vorgaben. Mercedes Eisert von der Max-Planck-Gesellschaft stellt die Sichtweise der Forschung dar. Lutz Seidenfaden von MTU Aero Engines repräsentiert die industrielle Fertigung. Robert Mahnke vom Universitätsklinikum Ulm zeigt die Anwendung im Gesundheitswesen. Oliver Reindl von der ABC Bank beschreibt Bankeninfrastruktur.
Diese Vielfalt ist entscheidend für den Transfer von Wissen. Was in der Logistik funktioniert, muss nicht zwangsläufig im Gesundheitswesen passen. Doch die Prinzipien der Datenbereinigung und des Change-Managements sind universell. Die Diskussionen helfen, branchenspezifische Nuancen zu verstehen und allgemeine Best Practices abzuleiten. Die Begrenzung auf 120 Teilnehmer sorgt dafür, dass jeder Sprecher gehört wird. Es gibt keine anonymen Massenveranstaltungen. Jeder Beitrag kann vertieft werden. Die strukturierte Agenda läuft von 9:00 bis 17:30 Uhr. Anschließend folgt ein Get-together für informelle Gespräche. Dies ermöglicht den Aufbau von Netzwerken jenseits der offiziellen Sessions.
Die Studie von Dirk Finning von Kühne + Nagel liefert hier konkrete Orientierung: Sie zeigt, dass Projekte mit klar definierten Meilensteinen und festen Verantwortlichkeiten in 94 Prozent der Fälle innerhalb der geplanten 94 Tage abgeschlossen wurden. Projekte ohne solche Strukturen überschritten die Laufzeit um durchschnittlich 120 Tage. Die Daten stammen aus einem 18-monatigen Praxistest mit über 200 Anwendungsfällen für KI in der Logistik. Die Ergebnisse sind nicht theoretisch – sie sind operationalisiert und dokumentiert. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu den vollständigen Fallstudien über die Künstliche Intelligenz-Sektion des Magazins.
München als IT-Zentrum
München fungiert als Hotspot für IT-Entscheider aus dem DACH-Raum. Es gibt eine dichte Vernetzung zwischen Industrie, Mittelstand und Forschungseinrichtungen. Das smartvillage Bogenhausen bietet die ideale Infrastruktur für strategische Diskussionen. Moderne Konferenztechnik, flexible Räume und ein kreativitätsförderndes Ambiente unterstützen den Austausch. Die Veranstaltung ist Teil der LSZ Future Connections-Serie. Sie zeichnet sich durch praxisnahe Inhalte und hochkarätige Speaker aus. Im Gegensatz zu marketinglastigen Events konzentriert sie sich auf fachlichen Austausch auf Augenhöhe. Günstige Teilnahmebeiträge und Early-Bird-Tickets bis zum 15. Mai 2025 machen die Veranstaltung für IT-Verantwortliche aller Unternehmensgrößen zugänglich.
Die Anmeldung erfolgt über die offizielle Event-Website. Dort finden Sie die vollständige Agenda und Speaker-Profile. Weitere Informationen zu ähnlichen Veranstaltungen bietet der CloudMagazin Event-Kalender. Dieser enthält regelmäßige Updates zu Künstlicher Intelligenz und Security-Themen