Obwohl die Nachfrage nach Cloud-Infrastrukturdiensten, getrieben von KI, weiter steigt, gelingt es europäischen Anbietern nicht, ihre Position im Markt auszubauen. Ihre Rolle bleibt auf Nischenmärkte beschränkt, während die US-Riesen weiter vorpreschen.
Synergy Research zufolge sind die weltweiten Umsätze mit Cloud-Infrastrukturdiensten 2024 auf 330 Milliarden US-Dollar gestiegen. Künstliche Intelligenz hat einen großen Anteil daran: „Wir können GenAI dafür danken, dass es einen ohnehin schon großen und wachstumsstarken Markt noch weiter vergrößert hat“, zitiert IT-Business den Synergy-Chefanalysten John Dinsdale.
2017 waren die Umsätze in dem Bereich mit rund 50 Milliarden Dollar noch sehr viel bescheidener. KI hat ab dann das Wachstum bei den Cloud-Infrastrukturdiensten beflügelt. Das Momentum hat nach 2018 zwar etwas nachgelassen, ist mit dem Aufkommen von GenAI ab Anfang 2023 aber wieder angesprungen.
Synergy geht daher davon aus, dass bei einer anhaltenden Wachstumsrate von 24 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Umsätze auf 410 Milliarden Dollar klettern könnten, bei einem geringeren Wachstum auf etwas über 400 Milliarden Dollar.
Über 20 Prozent jährliches Wachstum erwartet

Wachstumstreiber GenAI: Die Umsätze im globalen Cloud-Markt steigen – europäische Anbieter bleiben jedoch in der Nische. Bildquelle: Pexels/cottonbro studio
Laut Dinsdale wird sich daran soweit nichts ändern: „Wir prognostizieren, dass das durchschnittliche jährliche Wachstum in den nächsten fünf Jahren bei über 20 Prozent bleiben wird.“ Wie Zahlen von Statista und Canalys zeigen, erreichten die globalen Umsätze mit Infrastruktur-Services im ersten Quartal 2025 schon 90,9 Milliarden Dollar. Amazon Web Services (AWS) hat sich dabei mit 32 Prozent das größte Stück vom Kuchen gesichert. An zweiter Stelle folgte im ersten Quartal des Jahres Microsoft Azure mit 23 Prozent, an dritter Google Cloud mit 10 Prozent.
Für die „berühmten“ Anderen blieben immerhin knapp 35 Prozent. Die Branche hat 2024 insgesamt schon eine neue Rekord-Umsatzmarke von 596 Milliarden Dollar erzielt. Europäische Anbieter spielen dabei eher eine untergeordnete Rolle, wenn man bedenkt, dass allein die drei großen Hyperscaler AWS, Microsoft Azure und Google schon über 65 Prozent des Weltmarktes dominieren.
Europäische Anbieter bleiben in der Nische
Diese drei gehören auch zu den großen Gewinnern auf dem Weltmarkt. SAP und die Deutsche Telekom sind dabei die größten europäischen Player, kommen aber global nur auf einen Anteil von jeweils zwei Prozent. Dahinter folgen laut IT-Business OVHCloud, Telecom Italia, Orange und zahlreiche kleinere regionale Anbieter, die meisten davon eben in der Nische gefangen oder auf spezifische lokale Anforderungen beschränkt.
Großbritannien und Deutschland verfügen über die größten Cloud-Märkte in Europa. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen allerdings Irland, Spanien und Italien. Für 2025 rechnet Synergy in Europa mit einem Umsatz von 72 Milliarden Euro, die Hälfte davon allein im ersten Halbjahr.
Wachstumstreiber sollen hier vor allem Public-IaaS- und PaaS-Dienste sein. Hosted-Private-Cloud-Lösungen verlieren etwas an Schubkraft, ganz im Gegensatz zu Diensten rund um künstliche Intelligenz wie GPU-as-a-Service oder generative AI-Plattformen. Diese sollen auch in Europa um 140 bis 160 Prozent zulegen.
Quelle Titelbild: Pixabay / AVNSURESH
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