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Commvault hat am 22. April auf Google Cloud Next 2026 angekündigt, die komplette Commvault-Cloud-Plattform auf die Google-Hyperscale-Infrastruktur zu bringen. Parallel startet die Tochter Clumio mit Early-Access für Google Cloud Storage, General Availability ist für den Sommer 2026 angesetzt. Für DACH-Backup-Teams ist das der Moment, die eigene Storage-Architektur gegen eine Cloud-First-Realität zu prüfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Commvault Cloud geht auf Google Cloud. Compute Engine, Kubernetes Engine, BigQuery, Cloud SQL und Workspace inklusive Gmail und Drive kommen in ein einheitliches Backup-Fenster.
- Clumio sichert Cloud Storage ab. Early Access seit 22. April, GA im Sommer 2026. Ziel sind petabyte-große KI-Datensätze mit Air-Gapped-Vault und Near-Instant-Recovery.
- DACH-Backup-Teams bekommen Druck. Wer weiter traditionelles Storage-Backup fährt, muss seine Cloud-Repatriation-Logik, seine Ransomware-Ready-Narrative und sein FinOps-Kalkül neu durchrechnen.
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Was Commvault am 22. April auf Cloud Next konkret angekündigt hat
Commvault-CEO Sanjay Mirchandani hat den Schritt auf der Bühne in Las Vegas als Vollintegration positioniert: Die Commvault-Cloud-Plattform deckt die wesentlichen Google-Services ab, von Compute Engine über Kubernetes Engine bis BigQuery und Cloud SQL. Workspace, Gmail und Drive kommen in den gleichen Backup-Scope. Für Admins bedeutet das: ein Policy-Framework, ein Audit-Log, ein Wiederherstellungspfad – statt mehrere Point-Tools pro Workload.
Der zweite Teil der Ankündigung gehört Clumio, dem 2024 übernommenen Cyber-Resilience-Spin-off. Clumio erweitert seine Rapid-Recovery-Fähigkeiten auf Google Cloud Storage. Early Access lief am 22. April an, die General Availability steht für Sommer 2026. Der Hook für KI-Operations ist konkret: Clumio soll petabyte-große Trainingsdatensätze in einem Air-Gapped-Vault absichern, ohne dass das Ops-Team eine zusätzliche Infrastruktur betreibt. Parallel hat Rubrik auf Cloud Next eigene Cloud-SQL-Cyber-Resilience und Gemini-Agent-Governance vorgestellt – die Ansage der Branche ist klar: Backup ist 2026 kein Nebenkriegsschauplatz mehr, sondern Produkt-Lanes.
Was ist Clumio? Clumio ist eine SaaS-basierte Backup- und Cyber-Resilience-Plattform, die Commvault 2024 übernommen hat. Im Fokus stehen Cloud-native Workloads auf AWS und Google Cloud, mit Air-Gapped-Vault, automatischer Wiederherstellung und einer verbrauchsbasierten Abrechnung. Für IT-Teams heißt das: kein eigener Appliance-Stack, keine Versionspflege der Backup-Software, keine Kapazitätsplanung für Peaks.
| Anbieter | Ankündigung Cloud Next 2026 | Kern-Scope |
|---|---|---|
| Commvault + Clumio | Volle Plattform auf GCP, Clumio Early Access für Cloud Storage | Compute, Kubernetes, BigQuery, Cloud SQL, Workspace, Drive, Gmail |
| Rubrik | Cloud-SQL-Cyber-Resilience, Gemini-Agent-Governance | Datenbank-Resilience, AI-Agent-Audit-Layer |
| Wasabi | Lyve-Cloud-Übernahme von Seagate (Anfang April) | Kostengünstiger Object-Storage als Backup-Ziel |
Quelle: Hersteller-Announcements Google Cloud Next 2026 und Wasabi-Pressemeldung 09.04.2026
Warum das für DACH-Teams mehr ist als eine Produkt-News
In den meisten deutschen Unternehmen sieht die Backup-Realität 2026 so aus: zwei bis drei Generationen Technik parallel. NetBackup oder Veeam auf physischer Appliance für das Rechenzentrum. Ein Cloud-Backup-Modul für SaaS und Workspace, oft unter einem separaten Vertrag. Dazwischen Excel-Listen, welche Dateninseln eigentlich wohin gesichert werden. Die Commvault-Clumio-Ansage vom 22. April zielt genau auf diese Lücke: ein gemeinsames Policy-Set, ein gemeinsamer Recovery-Pfad, kein Medienbruch zwischen Workspace-Mail und BigQuery-Warehouse.
Die strategische Konsequenz für IT-Verantwortliche ist nicht subtil. Wer 2026 eine Ransomware-Strategie vor CISO und Vorstand verteidigen muss, kommt ohne Cloud-native Backup-Fähigkeit kaum noch durch. Und wer weiter das Argument „Cloud ist teurer als eigener Storage“ spielt, muss den FinOps-Teil fair rechnen: egress, Tape-Rotation, Cold-Storage-Replica und Personalkosten gehören auf die eigene Seite. Commvaults Push dockt an die DRaaS-Debatte aus dem Mittelstand an, ohne sie zu ersetzen: Wer bisher DRaaS als Point-Lösung kauft, bekommt jetzt die Option auf eine Plattform, die Disaster Recovery und KI-Daten-Vault in einem Vertrag abbildet.
Eine Backup-Strategie ist 2026 nur dann belastbar, wenn sie unter Zeitdruck ein einziges Recovery-Fenster öffnet – nicht drei parallele Konsolen und ein Telefonzettel.
Drei Schritte, die Cloud-Teams jetzt gehen
Wer die Meldung nicht als Marketing abhakt, sondern als Trigger, hat drei konkrete Hebel. Keiner davon verlangt, den aktuellen Vertrag morgen zu kündigen. Aber alle drei erzwingen eine ehrliche Inventur, bevor der nächste Procurement-Zyklus startet.
Für die Praxis zählt ein Detail, das in der Keynote unterging: Clumio ist Early Access, nicht GA. Wer den Proof-of-Concept jetzt startet, hat zwei bis drei Monate Vorsprung gegenüber der Kaufentscheidung ab Sommer. Commvault wird die Early-Access-Runde für Reference-Cases nutzen und genau dort lohnt sich der Platz am Tisch. Wer den ersten PoC auf einen BigQuery-Datensatz legt, bekommt die Latenz-Zahlen echt, nicht gerundet.
Häufige Fragen
Was genau hat Commvault am 22. April 2026 angekündigt?
Die Commvault-Cloud-Plattform wird auf Google Cloud verfügbar und deckt Compute Engine, Kubernetes Engine, BigQuery, Cloud SQL sowie Workspace mit Gmail und Drive ab. Parallel startet Clumio Early Access für Google Cloud Storage mit Air-Gapped-Vault und Near-Instant-Recovery, GA ist für Sommer 2026 geplant.
Warum ist der Clumio-Teil für KI-Operations relevant?
KI-Trainingsdatensätze erreichen schnell mehrere Petabyte, klassische Backup-Strategien skalieren dort nicht. Clumio verspricht einen Managed-SaaS-Vault, der ohne eigenes Infrastruktur-Team betrieben werden kann und unter Ransomware-Druck in nahezu Echtzeit wiederherstellt.
Ersetzt Commvault-Cloud meine bestehenden Backup-Produkte?
Kurzfristig nicht. Realistisch ist eine gestaffelte Migration. Der Hebel liegt dort, wo heute mehrere Verträge und Konsolen nebeneinander laufen. Erst Daten-Inventur, dann PoC auf einem Workload mit klarer Recovery-Metrik, dann Roll-out.
Wie stehen Rubrik und Wasabi in diesem Marktbild?
Rubrik hat parallel Cloud-SQL-Cyber-Resilience und Gemini-Agent-Governance auf Cloud Next vorgestellt. Wasabi hat Anfang April Seagates Lyve-Cloud-Geschäft übernommen und positioniert sich als kostengünstiger Object-Storage-Anbieter. Die drei Vektoren – Plattform-Konsolidierung, Cyber-Resilience und günstiger Storage-Layer – treffen sich gerade im selben Markt.
Was sollten DACH-Backup-Teams als Nächstes tun?
Drei Schritte innerhalb von 90 Tagen: vollständige Daten-Inventur inklusive SaaS und Warehouse, TCO-Vergleich laufender Verträge gegen Commvault-Cloud plus Clumio, dann Proof-of-Concept auf einem realen Workload. Ohne Inventur bleibt jede Produktentscheidung Kaffeesatz.
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