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PUE-Werte auf Klassenniveau, Abwärmenutzung, ISO 50001 – ein Praxisblick auf die Green-IT-Strategie 2026/2027 von synaforce.
Das Wichtigste in Kürze
- PUE 1,12 / 1,13: synaforce erreicht 2024 und 2025 Werte auf Hyperscale-Benchmark-Niveau und unterschreitet damit die kommenden EnEfG-Schwellenwerte deutlich.
- Hofkirchen II in Planung: Liquid Cooling, moderne Batteriespeicher und gezielte Abwärmeeinspeisung in benachbarte Gebäude.
- 100 Prozent Ökostrom + eigene PV: Drei Photovoltaikanlagen (vier im Endausbau), Solarerzeugung in Mainz, Ladeinfrastruktur an den Standorten.
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Die Diskussion um den Energieverbrauch von Rechenzentren hat 2026 eine neue Schärfe erreicht. Künstliche Intelligenz treibt die Last- und Dichteanforderungen pro Rack in Bereiche, die noch vor wenigen Jahren als Spezialfall galten. Gleichzeitig stellt das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) zum ersten Mal verbindliche, messbare Anforderungen an PUE-Werte, Abwärmenutzung und den Anteil erneuerbarer Energien. Für Datacenter-Betreiber bedeutet das: Wer nicht heute liefern kann, was morgen Pflicht ist, wird in Ausschreibungen und Audits sehr schnell sichtbar.
Wie sich ein wachsender Mittelstandsanbieter in dieser Lage positioniert, zeigt der bayerische High-End-Datacenter-Spezialist synaforce. Das Unternehmen betreibt Standorte in Hofkirchen (HK I) und Mainz, plant aktuell mit Hofkirchen II (HK II) einen weiteren Neubau – und hat seine Energieziele für 2026/2027 entlang einer Linie ausgerichtet, die sich pointiert zusammenfassen lässt: Effizienz ist keine Marketingaussage, sondern eine Kennzahl.
HK II: Liquid Cooling, Batteriespeicher – und Abwärme, die das Rechenzentrum verlässt
Der Neubau Hofkirchen II ist konzeptionell auf die Lastprofile der nächsten Hardware-Generation ausgelegt. Im Zentrum steht eine neue Generation fluider Kühlsysteme (Liquid Cooling), ergänzt um moderne Batteriespeicher. Besonders interessant ist allerdings ein Aspekt, der über die Standortgrenzen hinausweist: Die Abwärme, die in einem Rechenzentrum mit hoher Auslastung zwangsläufig entsteht, soll nicht ungenutzt in die Umgebung abgegeben werden. Stattdessen plant synaforce, diese gezielt in benachbarte Gebäude einzuspeisen, um deren Wärmebedarf anteilig zu decken. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Energie, die ohnehin entsteht – ökologisch und regulatorisch ein doppelter Hebel, der mit der EnEfG-Pflicht zur Abwärmenutzung präzise zusammenfällt.
Stromversorgung: 100 Prozent nachweislicher Ökostrom, eigene PV-Erzeugung, E-Mobilität
Alle Standorte – HK I, Mainz und perspektivisch HK II – werden zu 100 Prozent mit nachweislichem Ökostrom beliefert. Hinzu kommen drei Photovoltaikanlagen (vier im Endausbau) sowie eigene Solarstromerzeugung am Standort Mainz. Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität von Mitarbeitenden, Kunden und Partnern gehört an den relevanten Standorten zum festen Bestandteil der Standortplanung. Das ist kein Symbolprojekt, sondern Teil einer durchgängigen Logik: Energieflüsse werden nicht nur gemessen, sondern gestaltet.
PUE 1,12 bis 1,13 – und die Bedeutung dieser Zahl
Der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) misst das Verhältnis zwischen der Gesamtenergie eines Rechenzentrums und der Energie, die tatsächlich für die IT-Last verbraucht wird. Werte um 1,0 sind das theoretische Optimum, branchenüblich sind eher Werte zwischen 1,4 und 1,6. synaforce weist für seine Standorte einen PUE von 1,12 (2024) und 1,13 (2025) aus – Werte, die sich auf Niveau internationaler Hyperscale-Benchmarks bewegen und die kommenden Schwellenwerte des EnEfG bereits heute deutlich unterschreiten. Den methodischen Rahmen dafür liefert ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001.
Ressourcenverantwortung beginnt vor dem Rack
Effizienz im Betrieb ist die eine Seite. Die andere ist die Beschaffung. synaforce hat den eigenen Procurement-Prozess so umgestellt, dass bei jeder Produktauswahl die Frage nach einer umweltfreundlicheren Alternative systematisch gestellt wird – vom Server über die Klimatechnik bis zu Verbrauchsmaterialien. Damit verschiebt sich Nachhaltigkeit aus dem Kapitel „Reporting“ in das Kapitel „Einkauf“ – und damit dorthin, wo sie messbar wirksam wird.
Fazit: Lebenszyklus statt Stichtag
Was die Strategie von synaforce in der Summe auszeichnet, ist weniger ein einzelnes Leuchtturmprojekt als die konsequente Lebenszyklusperspektive: Standortwahl, Architektur, Stromherkunft, Kühlung, Abwärme, Beschaffung, Betrieb. Für den Markt ist diese Haltung mehr als ein Differenzierungsmerkmal – sie ist die einzig belastbare Antwort auf eine Regulierung, die sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird. Wer heute wächst, ohne seine Energiebilanz mitzuwachsen, wird morgen sehr genau erklären müssen, warum.
Häufige Fragen
Was sagt der PUE-Wert über ein Rechenzentrum aus?
Der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) misst das Verhältnis zwischen der Gesamtenergie eines Rechenzentrums und der Energie, die tatsächlich für die IT-Last verbraucht wird. Werte um 1,0 sind das theoretische Optimum, branchenüblich sind 1,4 bis 1,6.
Was fordert das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) von Betreibern?
Das EnEfG stellt erstmals verbindliche, messbare Anforderungen an PUE-Werte, Abwärmenutzung und den Anteil erneuerbarer Energien. Wer diese Anforderungen heute nicht erfüllt, wird in Ausschreibungen und Audits sehr schnell sichtbar.
Wie nutzt synaforce die Abwärme aus den Rechenzentren?
Im Neubau Hofkirchen II ist vorgesehen, die ohnehin entstehende Abwärme gezielt in benachbarte Gebäude einzuspeisen und deren Wärmebedarf anteilig zu decken. Damit wird Energie, die ohnehin entsteht, ökologisch und regulatorisch doppelt wirksam.
Welche Rolle spielt ISO 50001 in der Energiebilanz?
Das Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 liefert den methodischen Rahmen für die ausgewiesenen PUE-Werte. Es macht Effizienzaussagen prüfbar, dokumentiert und für Auditoren nachvollziehbar.
Was bedeutet Lebenszyklus-Denken im Datacenter-Betrieb?
Statt auf einzelne Leuchtturmprojekte zu setzen, betrachtet synaforce Standortwahl, Architektur, Stromherkunft, Kühlung, Abwärme, Beschaffung und Betrieb als ein zusammenhängendes System. Nachhaltigkeit verschiebt sich dabei aus dem Reporting in den Einkauf.
Über synaforce
Der bayerische High-End-Datacenter- und Managed-Security-Anbieter synaforce mit Standorten in Hofkirchen und Mainz steht für hochleistungsfähige, sichere und nachhaltige Rechenzentrumsinfrastruktur „Made in Germany“.
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Bildquelle: synaforce / Datacenter Hofkirchen