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Studie: Mehr Cloud-Budget füllt die Security-Lücke nicht

1.163 Security-Leads im 2026 Cloud Security Report: Tool-Sprawl und Complexity Gap bremsen Reife trotz steigender Budgets.

Von Alec Chizhik 22. Juli 2026 5 Minuten Lesezeit
Studie: Mehr Cloud-Budget füllt die Security-Lücke nicht

1.163 Security-Verantwortliche, ein Befund: Die Cloud wird schneller komplex, als Teams sie absichern können. Der 2026 State of Cloud Security Report von Cybersecurity Insiders (Report mit Fortinet als Industriepartner) nennt das die Complexity Gap – und liefert Zahlen, die Budget-Diskussionen neu sortieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Komplexität schlägt Reife. 88 % arbeiten hybrid oder multi-cloud (Vorjahr 82 %), 81 % mit zwei oder mehr Providern. Gleichzeitig stufen 59 % ihre Cloud-Security-Reife noch als early/developing ein.
  • Tool-Sprawl als Top-Bremse. 69 % nennen Tool-Sprawl und Visibility-Lücken als größtes Hindernis. 66 % trauen der Echtzeit-Erkennung und -Reaktion nicht stark zu.
  • Budget allein schließt die Lücke nicht. 62 % erwarten steigende Cloud-Security-Budgets; im Schnitt liegen sie laut Report bei 34 % des IT-Security-Etats. Die Reife bleibt trotzdem hinter dem Spend zurück.

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Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage unter 1.163 IT- und Cybersecurity-Professionals Ende 2025 – Branchen von Tech über Finance und Healthcare bis Public Sector, Rollen von Spezialisten bis C-Level. Herausgeber ist Cybersecurity Insiders; Fortinet ist Industriepartner des Reports. Das ist Vendor-Research mit belastbarer Stichprobe. Ein Labor-Benchmark ist es nicht. Für Entscheider zählt deshalb weniger die Marke auf dem Cover als die Muster, die über mehrere Kapitel stabil bleiben.

Was ist die Cloud Complexity Gap? Die Cloud Complexity Gap beschreibt den strukturellen Abstand zwischen der Geschwindigkeit moderner Cloud-Umgebungen und der Fähigkeit von Security-Teams, Sichtbarkeit, Erkennung und Reaktion in Echtzeit zu halten. Laut dem 2026 State of Cloud Security Report entsteht sie aus fragmentierten Tools, knappen Spezialisten und Angreifern, die mit Automation und KI schneller scannen als manuelle Verteidigung korreliert.

Drei Verstärker, ein Betriebsmodell

Der Report verdichtet die Gap auf drei verstärkende Faktoren. Erstens fragmentierte Defenses: Tools wachsen mit der Cloud mit, oft ohne gemeinsame Telemetrie. Teams korrelieren Alerts manuell über Systeme, die nie füreinander gebaut wurden. 69 % sehen darin die Top-Bremse für wirksame Cloud-Security.

Zweitens dünn besetzte Teams: 74 % melden aktiven Mangel an qualifizierten Security-Profis, 77 % hohe Sorge um die Branchen-Skills-Gap. Cloud-Rollen verlangen Infrastruktur, Identity, Daten und Apps gleichzeitig – genau die Mischung, die schwer zu besetzen ist. Drittens Angreifer in Maschinen-Tempo: Automation und KI finden Fehlkonfigurationen, Permission-Pfade und exponierte Daten schneller, als menschliche Queues abarbeiten. 66 % fehlen starke Zuversicht für Echtzeit-Detect-and-Respond – etwas mehr als im Vorjahr (64 %).

Das Betriebsmodell dahinter ist klar multi-cloud. 88 % hybrid oder multi-cloud, 81 % mit mindestens zwei Providern für kritische Workloads, 29 % mit mehr als drei. Jeder zusätzliche Account, jedes SaaS und jede Non-Human Identity erweitert Konfigurationen und Datenpfade. Die Infrastruktur skaliert automatisch – das Verständnis der Security-Lage oft nicht.

// Metric
69 %
Nennen Tool-Sprawl und Visibility-Lücken als größtes Hindernis für wirksame Cloud-Security – vor klassischen Einzel-Kontrollen.
// Quelle: 2026 State of Cloud Security Report, Cybersecurity Insiders / Fortinet, n=1.163

Wo Risiko sitzt – und was die Zahlen für Architektur heißen

Die Risikokonzentration ist wenig überraschend und deshalb handlungsrelevant. Identity und Access liegen mit 77 % vorne, gefolgt von fehlkonfigurierten Cloud-Services (70 %) und Datenexposition (66 %). Workload-Exploits und Supply-Chain-Angriffe rutschen relativ nach hinten. Der Alltagspfad führt über Rechte, Config und Daten.

Genau dort entsteht die Exposure Chain: eine Fehlkonfiguration öffnet eine Ressource, eine überprivilegierte Identity macht den Schritt weiter, sensible Daten sind das Ziel. Posture-, Identity- und Data-Tools sehen jeweils ihr Segment. 77 % priorisieren Identity – und trotzdem fehlt oft der gemeinsame Kontext über die Kette. Angreifer automatisieren genau diese Korrelation.

// trägt
  • Klare Prioritäten der Befragten: Identity, Config, Daten – Architektur-Fokus statt Tool-Shopping
  • 64 % würden bei Neustart eine Single-Vendor-Plattform über Network/Cloud/App wählen
  • Erfolgsmetriken kippen zu Outcomes: weniger Fehlkonfigs, weniger Overprivilege, weniger Alert-Noise
// offen
  • Nur 11 % melden autonome Remediation – Automation endet oft beim Alert
  • Nur 18 % haben KI-gestützte Detection voll operativ; 32 % stecken in Pilots
  • Report-Zahlen immer gegen eigenes Inventar und die Maturity-Lage spiegeln

Die Automatisierungslücke ist der stille Multiplikator. 37 % beschreiben Automation als weitgehend alert-fokussiert: finden ja, fixen manuell. Nur 11 % berichten autonome Remediation ohne Menschen in der Schleife. Parallel experimentieren viele mit KI in der Cloud-Defense, aber nur 18 % nennen KI-Detection als voll operativ über die Cloud-Umgebungen. 32 % bleiben im Pilot-Modus. Angreifer brauchen diesen Reifegrad nicht – sie scannen, mappen und priorisieren schon maschinell.

Was Cloud-Teams in DACH konkret ableiten können

Erstens: Spend ist kein Reifegrad. Wenn 62 % die Budgets erhöhen und 59 % trotzdem early-stage bleiben, liegt der Engpass in Integration und Betriebsmodell. Jedes neue Point-Tool ohne shared Context erhöht die operative Steuer, die das Team zahlt.

Zweitens: Plattform-Konsolidierung ist hier Umfrage-Signal und Betriebs-Priorität. 64 % würden „from scratch“ eine Single-Vendor-Plattform über Network, Cloud und Application Security wählen; nur 27 % blieben bei reinem Best-of-Breed ohne gemeinsame Steuerung. Käufer priorisieren Coverage und Tiefe (79 %), Integration und Orchestrierung (72 %) sowie Automation und Compliance (68 % – vor reiner Usability oder Preis.

Drittens: Outcome-Metriken ersetzen Tool-Zählung. 81 % priorisieren Security-Outcomes (weniger Fehlkonfigurationen, weniger Overprivilege), 76 % operative Effizienz (schnellere Detection, weniger Noise), 66 % Integration und Automation, 62 % kontinuierliche Compliance. Für Platform- und Security-Leads heißt das: Roadmaps an Exposure-Reduktion und MTTD/MTTR koppeln, nicht an die Anzahl der gekauften Module.

Viertens: Die Complexity Gap ist ein Architektur- und Identity-Thema vor dem reinen SOC-Ticket. Wer Multi-Cloud fährt, braucht einheitliche Sicht auf Permissions, Config-Drift und Datenpfade – sonst bleibt jede neue KI-Initiative ein zusätzlicher Angriffsflächen-Multiplikator auf einer schon fragmentierten Basis.

Der Report liefert keinen DACH-only-Schnitt und keinen Hands-on-Benchmark pro Hyperscaler. Er liefert aber eine belastbare Reihenfolge: erst Kontext über Identity-Config-Data, dann Automation, die man trauen kann, dann KI-Detection auf dieser Basis. Wer das umdreht, kauft Tempo-Feeling und behält die Gap.

Häufige Fragen

Wer steckt hinter dem 2026 Cloud Security Report?

Durchgeführt und publiziert von Cybersecurity Insiders, mit Fortinet als Industriepartner. Basis ist eine Online-Umfrage unter 1.163 IT- und Cybersecurity-Professionals Ende 2025 über Branchen und Unternehmensgrößen. Es ist Branchenforschung mit Industriepartner – die Kernzahlen (Multi-Cloud, Tool-Sprawl, Identity) sind intern konsistent und für Priorisierung nutzbar, ersetzen aber kein eigenes Asset- und Maturity-Assessment.

Was bedeutet die Complexity Gap für Multi-Cloud-Teams?

Mehr Provider und SaaS erhöhen nicht nur die Angriffsfläche, sie zerlegen Sichtbarkeit und Policy. Wenn Telemetrie und Rechtepfade nicht zusammenlaufen, wächst das Alert-Volumen schneller als die Remediation. Die Gap ist deshalb primär ein Integrations- und Identity-Problem. Reine SOC-Kapazität allein schließt sie nicht.

Sollen Unternehmen auf eine Single-Vendor-Plattform wechseln?

64 % der Befragten würden bei einem Neubau so planen. In der Praxis bedeutet das shared Context, gemeinsame Policy und weniger manuelle Korrelation statt eines Big-Bang-Wechsels. Entscheidend bleibt, ob Identity, Posture, Data und Runtime in einem verwertbaren Lagebild landen – Marke ist sekundär.

Bildquelle: KI-generiert (Juli 2026)

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