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AWS entfernt privaten Preview-Pfad zu Azure wieder

AWS und Azure starten die Interconnect-Preview mit 1 Gbit/s und ohne Azure-SLA. Vor der allgemeinen Verfügbarkeit löscht AWS die Leitungen.

Von Tobias Massow 7. September 2026 4 Minuten Lesezeit
AWS entfernt privaten Preview-Pfad zu Azure wieder

AWS und Microsoft stellen seit dem 31. August 2026 denselben privaten Pfad zwischen ihren Clouds bereit. In Frankfurt liegt er in der Preview, mit 1 Gbit/s und ohne Azure-SLA. Im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit entfernt AWS die Preview-Leitungen wieder.

Das Wichtigste in Kürze

  • AWS Interconnect-multicloud und Azure Multicloud Interconnect sind seit dem 31. August 2026 in öffentlicher Preview. Frankfurt steckt in den vier Startregionen.
  • Die Preview liefert 1 Gbit/s und keinen Azure-SLA. Im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit entfernt AWS die Preview-Leitungen.
  • Routing, Netzabgrenzung und Leitungsverschlüsselung übernimmt der Anbieter. Adressplan, Gateway, Firewall und Verschlüsselung der Workloads bleiben beim Kunden.
  • Die Preview in Frankfurt ist ein Test mit 1 Gbit/s. AWS löscht die Preview-Leitungen vor der allgemeinen Verfügbarkeit aus dem Konto; einen Termin dafür nennen beide Anbieter nicht.

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Was ist AWS Interconnect-multicloud? Ein gemanagter privater Pfad zwischen einer AWS-VPC und der Umgebung eines anderen Cloud-Anbieters. Bestellt wird er direkt in der Cloud-Konsole.

AWS und Azure stellen denselben Pfad bereit

Am 31. August 2026 haben AWS und Microsoft denselben privaten Pfad in die öffentliche Preview gestellt. AWS nennt ihn Interconnect-multicloud, Microsoft Azure Multicloud Interconnect. Beide Anbieter bauen auf derselben offenen Schnittstellenbeschreibung auf; der Kunde bestellt die Leitung in der AWS-Konsole oder im Azure-Portal. Der Verkehr läuft nicht über das öffentliche Internet.

Vier Regionen sind am Start. Auf AWS-Seite liegen sie in Nord-Virginia, Nordkalifornien, Sydney und Frankfurt. Auf Azure-Seite heißen die Gegenstücke East US, West US, Australia East und Germany West Central. Frankfurt ist damit die einzige europäische Preview-Region.

Laut AWS-Ankündigung sind Google Cloud und Oracle Cloud über AWS Interconnect-multicloud schon allgemein verfügbar angebunden. Azure schließt die Lücke als Preview.

Ein Gigabit, kein SLA, Leitung fällt vor GA

Laut Microsoft Learn ist die Preview auf 1 Gbit/s begrenzt, einen Azure-SLA gibt es in dieser Phase nicht. Beide Anbieter verlangen für die Preview-Leitung keine Gebühr; AWS erlaubt je Kunde und Region eine Preview-Leitung. Die Leitung kostet also nichts. Genau deshalb behandeln beide Anbieter sie als Testprodukt auf Zeit.

Die entscheidende Klausel steht in der AWS-Dokumentation: Im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit entfernt AWS alle Preview-Leitungen mit 1 Gbit/s aus dem Konto. In dieser Zwischenzeit lassen sich zu diesem Anbieter keine neuen Interconnects anlegen. Eine produktiv genutzte Preview-Leitung fällt damit planmäßig weg.

Microsoft verspricht für die allgemeine Verfügbarkeit bis 100 Gbit/s ab dem ersten Tag. Robert Kennedy, VP Network Services bei AWS, spricht von MACsec ab Werk, vier Neunen Verfügbarkeit und Skalierung per Klick. Die Azure-Dokumentation beschränkt die Preview dagegen auf 1 Gbit/s in vier Regionen und nennt keinen SLA.

1 Gbit/s
Bandbreitenlimit der Preview zwischen Azure und AWS. Die allgemeine Verfügbarkeit soll bis 100 Gbit/s erlauben.
Microsoft Learn, Availability and limits, 31. August 2026

„MACsec security out of the box, four-nines availability, and scalability at the click of a button.“

Robert Kennedy, VP Network Services AWS, Azure-Blog 31. August 2026

Die Anbieter übernehmen die Leitung, der Adressplan bleibt beim Kunden

Azure und AWS übernehmen die Netzabgrenzung (VLAN), die Adressen der Verbindung und das Routing-Protokoll BGP. Die Verschlüsselung der physischen Leitung (MACsec) ist standardmäßig aktiv. Ein logischer Interconnect liegt auf redundanten Geräten und Strecken an getrennten Standorten, sodass die bisher nötigen Kreuzverbindungen in einem Rechenzentrum mit Carrier-Anschluss entfallen.

Ein Teil der Arbeit übernimmt der Anbieter, ein größerer Teil bleibt beim Kunden. Auf beiden Seiten endet die Leitung an den vorhandenen Netz-Gateways der jeweiligen Cloud. Die Adressräume dürfen sich nicht überschneiden. Firewall, Routing, Inspektion und Verschlüsselung der Workloads bleiben Kundensache. Der Pfad ist rein privat; Microsofts öffentliche Dienste erreicht er nicht.

Die Preview ersetzt eine bestehende Direct-Connect- und ExpressRoute-Kopplung über einen Carrier nicht. Diese Kopplung bleibt die Betriebsverbindung, bis ein Produkt mit SLA und höherer Bandbreite steht. Wann die allgemeine Verfügbarkeit kommt, nennen beide Anbieter nicht; AWS kündigt nur an, die Preview-Leitungen vorher zu löschen.

Häufige Fragen

Was haben AWS und Azure am 31. August 2026 gestartet?

Einen gemanagten privaten Pfad zwischen beiden Clouds in öffentlicher Preview. AWS nennt das Produkt Interconnect-multicloud, Microsoft Azure Multicloud Interconnect. Frankfurt gehört zu den vier Startregionen.

Gilt die Preview auch außerhalb Frankfurts?

Ja. Neben Frankfurt (Germany West Central) laufen Nord-Virginia (East US), Nordkalifornien (West US) und Sydney (Australia East). Für weitere Regionen nennen beide Anbieter keinen Termin.

Was ist über die allgemeine Verfügbarkeit bekannt?

Microsoft nennt bis zu 100 Gbit/s ab dem ersten Tag, AWS spricht von MACsec ab Werk und vier Neunen Verfügbarkeit. Einen Termin, einen Preis oder einen SLA-Text hat keiner der beiden Anbieter veröffentlicht.

Welche Arbeit bleibt beim Kunden?

Adressplan ohne Überlappung, ExpressRoute-Gateway, Direct-Connect-Gateway, Firewall, Routing und Verschlüsselung der Workloads. BGP, VLAN und MACsec auf der physischen Strecke übernimmt der Anbieter.

Ersetzt die Preview Direct Connect plus ExpressRoute?

Nein. Die Preview taugt als Messplatz in Frankfurt. Als Laststrecke für den laufenden Betrieb fehlt Bandbreite, SLA und Bestandsgarantie bis zur allgemeinen Verfügbarkeit.

Bildquelle: KI-generiert (September 2026)

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