Google streicht die BigQuery-Gebühr für eigene Quellen
Der Dienst fährt Daten codefrei ins Warehouse. Alphabet-Quellen bleiben ohne Orchestrierungsgebühr, die Ausfahrt übernimmt ein anderes Produkt.
Google streicht für die meisten seiner eigenen Datenquellen die Gebühr, die bisher jeder Transfer nach BigQuery kostete. Wer Werbedaten aus Google Ads oder Analytics ins Warehouse laden will, zahlt künftig nur noch Speicher und Abfragen. Der Preis dafür steht an anderer Stelle: Der Dienst schreibt ausschließlich nach BigQuery. Einen Weg zurück gibt es nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Google Ads, Analytics 4, YouTube, Objektspeicher und die Migrations-Connectoren entfällt die Orchestrierungsgebühr. Bezahlte Quellen wie Salesforce oder Oracle rechnen weiter nach Slot-Stunden ab, Speicher und Abfragen bleiben immer fällig.
- Google hat die Preisänderung und den Funktionsstand am 7. August 2026 in einer Sammelvorstellung präsentiert. Neu ist der Preis. Iceberg-Ziele, MCP-Server und Connectoren gab es schon vorher.
- Der Dienst schreibt nur nach BigQuery und bietet keinen Weg in die Gegenrichtung. Ein zweites Warehouse oder eine andere Cloud braucht ein anderes Werkzeug, etwa Fivetran oder Airbyte.
- Vorschaufunktionen laufen ohne Service-Level-Zusage. Iceberg-Ingestion, der MCP-Server und die neuen SaaS-Connectoren stehen noch außerhalb des Service Level Agreement.
Verwandt:SAP zu BigQuery: Datenbrücke mit Architekturfolgen / Iceberg gewann den Formatkrieg. Jetzt zählt der Katalog
Google macht den Transport billiger
Bisher zahlte ein Warehouse-Team für jeden Transfer nach BigQuery eine Orchestrierungsgebühr, zusätzlich zu Speicher und Abfragen. Das ist für Googles eigene Quellen vorbei. Product Manager Vignesh Rajamani und Engineering Manager Pallavi Palleti stellten am 7. August 2026 im Cloud-Blog den Stand des Data Transfer Service vor, kurz DTS. Dazu kam die neue Preisregel. Der Dienst holt Daten aus Werbekonten, SaaS-Anwendungen und Objektspeichern nach BigQuery, ohne dass jemand eine Pipeline programmiert oder ein zweites Orchestrierungswerkzeug betreibt. Er ersetzt damit das nächtliche Export-Skript, das in vielen Marketing-Abteilungen seit Jahren die Ads-Zahlen in die Datenbank schaufelt.
Neu ist vor allem der Preis. Google Ads lädt der Dienst seit Jahren, Analytics 4 seit dem Vorjahr. Auch die beiden Bausteine, die Rajamani und Palleti als Vorschau vorstellen, liefen schon vorher: Dateien aus Amazon S3 oder Azure landen direkt in Iceberg-Tabellen, dem offenen Tabellenformat, das mehrere Warehouses lesen können. Ein Server nach dem Model Context Protocol lässt KI-Agenten Transfers selbst anlegen, ohne dass ein Mensch die Konsole öffnet.
Für wen der Rabatt zählt
Die Preisänderung teilt die Quellen in zwei Gruppen. Für Googles eigene Dienste, für Objektspeicher und für die Migrations-Connectoren verlangt Google keine Orchestrierungsgebühr mehr. Für bezahlte Quellen, die allgemein verfügbar sind, rechnet DTS nach Slot-Stunden ab, also nach der Rechenzeit, die BigQuery für den Transfer reserviert. Ein Slot ist eine Einheit Rechenzeit in BigQuery, Google reserviert bis zu 20 davon je Laufzeitstunde für einen Transfer. Ein täglicher Salesforce-Abzug von einer Stunde kostet so im Monat mehrere Hundert Slot-Stunden, während der Ads-Import daneben nichts mehr kostet.
| Quellengruppe | Orchestrierungsgebühr | Beispiele |
|---|---|---|
| Google-Dienste (außer Google Play) | keine | Google Ads, Analytics 4, Campaign Manager, YouTube |
| Objektspeicher und Migrations-Connectoren | keine | Cloud Storage, Amazon S3, Azure Blob, Redshift, Teradata, Snowflake |
| Preview-Connectoren | keine bis zur allgemeinen Verfügbarkeit | SQL Server, Shopify, Klaviyo, HubSpot, Mailchimp |
| Bezahlte Quellen in General Availability | nach Slot-Stunden, Richtwert bis zu 20 je Laufzeitstunde | Salesforce, ServiceNow, Facebook Ads, MySQL, PostgreSQL, Oracle |
| Google Play | feste Monatsgebühr je App-Paketname | Play-Berichte |
Quelle: Google Cloud, Preisliste und Ankündigung zum Data Transfer Service vom 7. August 2026. Speicher und Abfragen in BigQuery fallen bei jeder Quelle zusätzlich an.
Die Managerfrage lautet damit: Kommen die Daten überwiegend aus Googles eigenem Werbe- und Analytics-Kosmos oder aus bezahlten Fremdsystemen? Im ersten Fall ist DTS die günstigste Wahl geworden, der Transport kostet nichts mehr. Im zweiten Fall fressen Slot-Stunden und die Merge-Jobs für inkrementelle Aktualisierungen den Rabatt wieder auf. Was in jeder Rechnung bleibt, ist BigQuery selbst: Speicher und Abfragen, dazu der Datenverkehr, den ein fremder Cloud-Anbieter für den Abzug berechnet.
Der Weg zurück fehlt
DTS schreibt nur in eine Richtung. Ein zweites Warehouse, eine andere Cloud oder der Rückweg zur Quelle sind mit dem Dienst nicht erreichbar. Wen das trifft, ist klar umrissen: den Konzern, der neben BigQuery ein Snowflake- oder Databricks-Warehouse betreibt, die Agentur, deren nächster Kunde auf Azure sitzt, das Team, das seine Werbedaten eines Tages in ein anderes System mitnehmen will. Für sie ist der Gratistransport eine Einfahrt ohne Ausfahrt.
Dazu kommt, was der Dienst nachts im Warehouse nicht tut. Er holt Daten ab und lädt sie, mehr nicht: Wer Zeilen umbauen, Löschungen nachziehen oder Änderungen im Sekundentakt spiegeln will, braucht andere Google-Werkzeuge. Und eine Verfügbarkeitszusage gibt Google nur für die alten Bausteine, die neuen laufen als Vorschau ohne Garantie.
Fivetran und Airbyte verkaufen den Ausstieg
Der Konzern mit zweitem Warehouse, die Agentur mit Azure-Kunden, das Team, das seine Daten mitnehmen will: Sie landen bei den Anbietern, deren Geschäftsmodell Google gerade angreift. Fivetran und Airbyte liefern in jedes gängige Warehouse und lassen sich das bezahlen, Fivetran je bewegter Zeile, Airbyte nach Volumen oder als Software zum Selbstbetrieb. Ausstieg heißt hier: Breite kaufen.
Offen bleibt, wie lange Googles Preisgestaltung Bestand hat, wenn die Vorschau-Connectoren allgemein verfügbar werden. Google sagt dazu nur, dass Preview-Quellen bis zur General Availability ohne Gebühr bleiben. Was danach gilt, entscheidet Google zum Zeitpunkt der Freigabe. Wer heute die Einfahrt nimmt, sollte den Preis für die Ausfahrt kennen.
Häufige Fragen
Was ist neu am Data Transfer Service?
Der Preis. Für Googles eigene Quellen, Objektspeicher und Migrations-Connectoren entfällt die Orchestrierungsgebühr. Iceberg-Ziele, MCP-Server und die neuen SaaS-Connectoren gab es schon vor dem Blog vom 7. August 2026 in der Vorschau.
Was ist ein BigQuery-Slot?
Eine Einheit Rechenzeit in BigQuery. Abfragen und Transfers reservieren Slots, bezahlte Transfers rechnet Google nach Slot-Stunden ab.
Welche Grenze gilt für PostgreSQL ohne Primärschlüssel oder Index?
Ohne Primärschlüssel- oder indizierte Spalten überträgt der Transfer höchstens zwei Millionen Datensätze je Tabelle. Für eine Bestell- oder Ereignistabelle ist das schnell erreicht.
Lesetipps der Redaktion
cloudmagazinDuckDB und MotherDuck killen das Warehouse-TheatercloudmagazinLieferkette bricht am Datenpfad zwischen MES und ERPcloudmagazinCloud Next 2026: Cross-Cloud Lakehouse und Egress-CachingMehr aus dem MBF Media Netzwerk
MyBusinessFutureAgenten kosten Anbieter fünfmal so viel wie ChatDigital ChiefsStripe kauft OpenRouter, Ramp öffnet Router.comSecurityTodayApple-Spyware-Warnung: Erst die Security, dann ForensikBildquelle: KI-generiert (August 2026)

