16. November 2017

Neues Surface Book 2: Microsoft greift Apple MacBook an

Mit dem weltweiten Startschuss für Microsoft 365 Business, einer Suite aus Windows 10, Office 365 und Enterprise Mobility + Security (EMS), hat die Gates Company mit dem Surface Book 2 und dem Surface Pro mit LTE-Advanced zwei neue 2-in-1-Modelle vorgestellt.

André Hansel, Surface Senior Product Manager, zeigt in geselliger Runde die neuen Funktionen des Surface Book 2. (Bild: Microsoft)

Im Oktober 2017 knallten in der Hardware Division von Microsoft die Sektkorken: Die Surface-Familie von Tablet-PCs, der Holo Lens, dem großen Surface Hub und dem kleineren Surface Studio ist fünf Jahre alt geworden, wie André Hansel, der deutsche Surface Senior Product Manager, bei der Vorstellung zwei neuer 2-1-Modelle erklärte.

Das neue Surface Book 2 – ein starkes Stück Notebook

Das neue Surface Book 2 und das Surface Pro mit LTE-Advanced haben es in sich und können auch als Frontalangriff auf Apples MacBooks verstanden werden. Das Surface Book 2, das seit dem 16. November 2017 als leistungsstarker Laptop mit 13,5-Zoll-Display im autorisierten Handel in Deutschland verfügbar ist, bietet laut Herstellerangaben eine unschlagbare Akku-Laufzeit von bis zu 17 Stunden und einen USB-Typ-2-Anschluss mit USB Power Delivery sowie ein Touchscreen, der voll kompatibel mit Surface Dial ist. Der innovative zylindrische PC-Controller ist im Oktober 2016 zusammen mit dem Surface Studio auf den US-Markt gekommen, funktioniert aber auch mit allen Windows-10-Geräten. Eine 15-Zoll-Version des Surface Book 2 wird vorerst nur in den USA angeboten.

Die vier Modellvarianten

Das Gerät mit besagtem 13,5-Zoll-Bildschirm ist in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich:

Das Spitzenmodell mit Intel Core i7, einem Quad-Core-Prozessor der achten Generation (i7-8560U), 1 TB SSD, 16 GB RAM und dedizierter Nvidia-Geforce-Grafikkarte als dGPU soll stolze 3.449 Euro kosten.

Hinzu kommen zwei weitere Core-i7-Modelle, eines mit 512 GB SSD für 2.849 Euro und eines mit 256 GB SSD und 8 GB RAM für 2.249 Euro, alle mit Nvidia GeForce dGPU, die eine eigene Kühlung braucht. Man erkennt die Modelle mit Core i7 daher auch an einer leicht erhöhten Tastatur-Einheit mit den eingearbeiteten Lüfteröffnungen. Der Turbo Max für die CPU ist mit 4,2 GHz angegeben.

Die günstigste Variante für 1.749 Euro inklusive Mehrwertsteuer ist das Surface Book 2 mit dem maximal 3,5 GHz schnellen Intel Core i5 der siebenten Generation (i5-7300U), 256 GB SSD und 8 GB RAM. Es kommt mit einer lüfterlosen Nvidia GeForce iGPU und hat daher keine Lüfterschlitze verbaut.

Die Tastatur dockt fest an

surface_book_2_event_48

Das Display des Surface Book 2 ist nicht magnetisch angedockt, sondern fest mit der Tastatur verbunden. Per Tastendruck lässt es sich aus der Verankerung lösen (Bild: Microsoft)

Zusammen mit der Tastatureinheit haben die neuen Surface Book 2 mit rund 1,5 bis 1,6 kg durchaus Gewicht. Das Display ist aber trotz der Größe und des silberfarbenen Magnesium-Gehäuses angenehm leicht. Anders als bei den Vorgängern lässt sich der Bildschirm auch einhändig umklappen. Das Display ist zudem nicht magnetisch angedockt, sondern fest mit der Tastatur verbunden. Erst wenn man die Lösen-Taste drückt und diese grün leuchtet, lässt sich die Verbindung trennen, um das Display als Tablet zu nutzen oder für Präsentationen mit dem „Gesicht“ nach oben anzudocken.

Dass die Magnetleiste für den passenden Surface-Stift linksseitigbracht ist, mag daran liegen, dass die amerikanischen Designer Linkshändler sind, ist aber verzeihlich. Für den Fall, dass der Stift verloren geht, der übrigens gleichzeitig auch als Pointer genutzt werden kann, hat Microsoft auch vorgesorgt: Über die Gerätessteuerung lässt sich feststellen, wann der Stift zuletzt verwendet wurde. Ein GPS ist allerdings nicht verbaut.

Das Surface Pro mit LTE-Advanced

Stolz ist Microsoft-Manager Hansel auf das neue Surface Pro mit LTE-Advanced, das am 1. Dezember 2017 bei autorisierten Fachhändlern in zwei Modellvarianten erhältlich sein wird. Die LTE-Geräte nutzen Cat 9 mit 20 LTE-Frequenzbändern und haben neben einem Nano-SIM-Slot auch einen (embedded) eSIM verbaut. Somit reißt die Kommunikation für die produktive Arbeit praktisch nie ab und ist es möglich, sich zum Beispiel in den USA oder China in fremden LTE-Netzen zu bewegen, ohne hohe Roaming-Gebühren befürchten zu müssen. Die Akku-Laufzeit wird trotz der dünnen Bauweise mit 13,5 Stunden angegeben. Das sind laut Microsoft-Blog 50 Prozent mehr als beim Surface Pro 4 und 35 Prozent mehr als beim iPad Pro.

LTE-Advanced fordert aber auch seinen Preis: Das Modell mit 128 GB SSD, Intel Core i5 und 4 GB RAM soll 1.329 Euro kosten. Das sind 210 Euro mehr als der im Microsoft Store gesenkte, aktuelle Preis für die Ausstattung ohne LTE. Die Variante mit Intel Core i5, 256 GB SSD und 8 GB RAM soll 1.629 Euro und somit 380 Euro mehr als das gleiche Modell ohne LTE kosten.

LTE-Advanced, LTE-A oder LTE+ abgekürzt, stellt eine abwärtskompatible Erweiterung von LTE dar und ermöglicht höhere Datenübertragungsraten von 300 bis 4.000 Megabit pro Sekunde. Bei Surface Pro sind es 450 Mbit/s. Mit der WLAN-unabhängigen Verbindung überall über 20 LTE-Frequenzbänder – die höchste Zahl am Markt, wie Hansel betont – sollen die neuen Surface-Pro-Modelle auch mehr Sicherheit bieten.

„Rundum sorglos“ mit Microsoft 365 Business

Microsoft 365 Business wurde Anfang Juli 2017 schon auf der Partnerkonferenz Inspire in Washington vorgestellt und stellt ein speziell für kleine und mittelständische Unternehmen geschnürtes Gesamtpaket aus Windows 10, Office 365 und den Sicherheitslösungen Enterprise Mobility + Security (EMS) dar. Microsoft sieht es als „Rundum-Sorglos-Lösung“ und hat für Unternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern auch ein paar Extras hinzugefügt. Dazu gehören Bookings für die Online-Terminplanung, ebenso wie der Outlook Customer Manager, der als eine Art Mini-CRM-System kleinere Unternehmen bei der Pflege und dem Ausbau der Kundenbeziehungen helfen soll. Andere KMU-Lösungen der neuen Suite heißen MileIQ, Listings und Connections, sind derzeit aber nur in den USA und Kanada verfügbar.

Quelle Titelbild: Microsoft