16. September 2019

Fünf Möglichkeiten damit die Cloud-Migration gelingt

Die Migration von Anwendungen in die Cloud ist für Unternehmen eine große Herausforderung. Unterschiedliche Wege führen zum Ziel. Mit einer auf die vorhandenen technischen und organisatorischen Strukturen abgestimmten Strategie kann allerdings vielen Problemen von Anfang an aus dem Weg gegangen werden. Die “5-Rs“ können dabei helfen.

Das Ziel ist im Grunde immer das Gleiche: Die Anwendungen sollen in die Cloud. Das klingt erst einmal erdenklich simpel. Die richtige Strategie ist jedoch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Laut dem Analysten Richard Watson von Gartner, stehen Unternehmen fünf Alternativen zur Verfügung, die „5-Rs“: Rehost, Refactor, Revice, Rebuild, Replace. Allesamt bringen Vor- und Nachteile mit sich die es zu beachten gilt, um Probleme und Kosten zu vermeiden.

Welche Alternativen gibt es?

  1. Rehost: Ein Weg für Unternehmen hinein in die Cloud kann sein, eine Anwendung in einer anderen Hardware-Umgebung erneut bereitstellen. Dafür muss dann auch die Infrastrukturkonfiguration der Anwendung modifiziert werden, außer man setzt auf Infrastructure as a Service (IaaS). Das bietet den entscheidenden Vorteil, dass Systeme ohne Architekturänderungen schnell migriert werden können.
  2. Revise: Bei einigen Anwendungen lohnt es sich, sie in Teilen oder gar umfassend umzuschreiben, so dass sie in der Cloud gehostet werden können. Das kann viel oder wenig Arbeit bedeuten – einigen Anwendungen genügt eine zusätzliche Funktion, andere müssen komplett überarbeitet werden. Zu denken wäre etwa an die Überarbeitung einer komplexen, monolithischen Python-basierten Anwendung und das Verschieben in die „Google App Engine“.
  3. Rebuild: Einen Schritt weiter geht das grundsätzliche Neuaufsetzen einer Anwendung, um sie in die Cloud zu heben. Dafür ist fast zwingend eine PaaS nötig. Der Vorteil besteht darin, dass neue Funktionen wie etwa Metadaten-basierte Engines oder Communities, die beispielsweise in der Cloud eines Hyperscalers als vorgefertigte Komponenten bereitgestellt werden, die Anwendung bereichern können.
  4. Replace: Das letzte von Gartner vorgeschlagene “R” in der Cloud-Anwendungs-Migrationsstrategie sieht das Ersetzen einer bestehenden Anwendung durch eine kommerzielle Software vor, die als Service (SaaS / Software as a Service) zur Verfügung gestellt wird. Dadurch entfallen die Ausgaben für ein Entwicklungsteam, allerdings können etwa eine inkonsistente Datensemantik oder Datenzugriffsprobleme die Folge sein.

Bei der Wahl für die richtige Strategie müssen Unternehmen ihre Anforderungen, Bewertungskriterien und Architekturprinzipien analysieren. Oft zeigt sich dabei, dass eine einheitliche Strategie nicht unbedingt ratsam ist. Für einzelne Teile des Unternehmensportfolios kann eine Strategie sinnvoll sein die für andere Bereiche gänzlich unpassend ist. Es gilt eine Strategie zu entwickeln die der Diversität von Unternehmen gerecht wird. Erst dann kann der Weg in die Cloud erfolgreich gelingen.

 

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel von cloudcomputing-insider.de.   

Quelle Titelbild: iStock / Rawpixel