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Rechenzentren

a16z erklärt, warum ältere KI-Chips teuer bleiben

a16z sieht den Cloud-Ausbau der fünf großen Betreiber an Strom, Kupfer und Rack-Leistung. Ältere GPUs bleiben teuer.

Von Tobias Massow 11. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit
a16z erklärt, warum ältere KI-Chips teuer bleiben

Die fünf großen Cloud-Betreiber steigern ihre Investitionen, doch laut a16z überholt die Nachfrage nach Rechenleistung das Angebot. Das hält ältere Grafikprozessoren teuer, während Strom und Kupfer den Einsatz neuer Hardware begrenzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünf Cloud-Betreiber erhöhen ihre Investitionen in physische Infrastruktur. Die Reihe stammt aus einer Vanguard-Rechnung auf Bloomberg-Daten.
  • a16z beschreibt eine Verschiebung des freien Cashflows zu den Chipfirmen. Finanziert wird der Ausbau aus hohen Gewinnen und zunehmend auch über Schulden.
  • Steigende Rechennachfrage hält ältere Grafikprozessoren im Einsatz. Strom und Kupfer begrenzen derweil den Weg neuer Hardware ins Rack.

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Fünf Betreiber investieren in Infrastruktur

David George von a16z Growth veröffentlichte State of Markets II am 30. September 2026. Der Text verbindet die Börsenentwicklung mit einem Wechsel von Bits zu Atomen: Kapital fließt aus Software in Halbleiter, Stromversorgung, Netztechnik und Robotik. Für Cloud-Betreiber verändert das die Frage, welche Investition die nächste Rechnergeneration überhaupt in Betrieb bringt. Die Hardware wird damit Teil einer Infrastrukturrechnung, die Strom und Netztechnik gleichrangig mit dem Chip betrachtet.

Was sind Investitionsausgaben der Cloud-Betreiber? Investitionsausgaben, kurz Capex, fließen in langlebige Anlagen: Rechenzentren, Server, Grafikprozessoren, Netztechnik und Stromanschlüsse. Die Betreiber schreiben sie über mehrere Jahre ab. Ihre Höhe zeigt, wie viel Rechenkapazität in den kommenden Jahren ans Netz gehen soll.

Für das betrachtete Jahr entfielen bis Ende August laut a16z rund 76 Prozent des Gewinnwachstums im S&P 500 auf Tech.

Die Investitionsreihe der fünf Betreiber zeigt den Sprung der gemeinsamen Ausgaben. Das Chart-Deck fasst Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle als eine Gruppe. Die Werte für 2025 sind historische Ausgaben. Ab 2026 handelt es sich um Bloomberg-Konsensschätzungen, keine Untergrenzen und keine Zusage einzelner Betreiber.

Jahr Gemeinsame Investitionen der fünf Betreiber
2025 rund 370 Milliarden Euro
2026 rund 680 Milliarden Euro
2027 rund 970 Milliarden Euro

Quelle: a16z Chart-Deck, Balkenwerte auf Folie 15, Vanguard-Rechnung auf Bloomberg-Daten vom 31. Juli 2026. Euro-Beträge gerundet zum EZB-Referenzkurs vom 30. September 2026 (1,1355).

Vanguard und Bloomberg liefern den Datenstand vom 31. Juli 2026, den a16z im Chart-Deck verwendet. Die gedruckte Anmerkung erwartet für 2026 eine Annäherung an 800 Milliarden in US-Währung und ab 2027 jährlich mehr als 1.000 Milliarden. Für Betreiber markiert die Reihe eine Größenordnung, in der Anlagen, Strom und Netztechnik gemeinsam geplant werden.

Cashflow fließt zu den Chipfirmen

a16z beschreibt den Ausbau als Nachfrage, die zu großen Teilen aus den hohen Gewinnen der größten Tech-Unternehmen finanziert wird und zunehmend auch über Schulden. Die Einschätzung ist eine Perspektive des Investors auf die Finanzierung der fünf Betreiber. Im Essay ordnet David George die Verschiebung des freien Cashflows von den Hyperscalern zu den Halbleiterfirmen ein. Die Halbleiterseite erhält damit einen direkten Nachfrageimpuls aus den Investitionen der Cloud-Betreiber.

Die Verschiebung erklärt, warum die Investitionssumme allein wenig über die spätere Verfügbarkeit sagt. Ein Betreiber kann Geld für Chips und Anlagen binden, während die physische Versorgung am Standort noch fehlt. Rechenkapazität, Stromanschluss und Netztechnik gehören deshalb in dieselbe Kostenbetrachtung. Ein hoher Investitionswert kann damit zugleich mehr Nachfrage und höhere Vorleistungen anzeigen.

Der Machine Age Fund von a16z, ein Hardware-Fonds, ordnet diese Bewegung aus der Sicht physischer Systeme ein. Der Fondsbeitrag vom 28. August 2026 nennt eine Rack-Leistung von 100 bis 250 Kilowatt für die zu diesem Zeitpunkt eingesetzten Systeme. Deren Netzwerkverbindungen stoßen an die Grenzen der Kupferverkabelung. Kupfer meint dort die Datenverkabelung im Rack, nicht die Stromleitung zum Standort. Gekaufte Chips lassen sich erst mit Stromversorgung und Netztechnik nutzen.

a16z leitet die Restwerte älterer Grafikprozessoren aus ihren Mietpreisen ab. Diese Preise bleiben stabil oder steigen, weil die Nachfrage nach Rechenleistung weiter zunimmt.

100 bis 250 kW
Diese Rack-Leistung nennt der Machine Age Fund für heutige Systeme. Sie beschreibt die Versorgung, die neue Hardware braucht.
Machine Age Fund von a16z, Stand: 28.08.2026

Ältere GPUs bleiben länger im Einsatz

Im a16z-Essay zu den Märkten steht die Frage nach der Alterung von Grafikprozessoren im Mittelpunkt. Der Text erklärt die anhaltend hohen Mieten der A100 mit steigender Nachfrage nach Rechenleistung. Selbst die A100 liegt auf oder über dem Preis vom Jahresanfang. Für Betreiber zählt damit, dass ältere Systeme wirtschaftlich relevant bleiben, obwohl die nächste Chipgeneration schon verkauft wird.

Der Machine Age Fund beschreibt daneben eine zweite Grenze, die den Einsatz neuer Hardware betrifft. Die Rechendichte je Rack ist vom H100-Rack zum Rubin-Rack um das 28-Fache gestiegen. Die Netzwerkverbindungen im Rack sind mitgewachsen und stoßen an die Grenze der Kupferverkabelung. Der Engpass der neuen Generation sitzt damit auch in Netz und Versorgung, nicht nur in der Chipauswahl. Ein Wechsel auf neue Hardware kann technisch sinnvoll sein und trotzdem an Stromanschluss oder Kupferverkabelung im Rack scheitern.

„Der freie Cashflow der Hyperscaler wird zum freien Cashflow der Halbleiterfirmen.“

David George, a16z Growth, State of Markets II, 30.09.2026

Häufige Fragen

Welche Firmen umfasst die Investitionsreihe?

Die betrachtete Gruppe umfasst Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle. Ihre Investitionssumme bildet die gemeinsame Reihe im a16z-Chart-Deck.

Warum bleiben die Mieten älterer Grafikprozessoren hoch?

a16z führt die anhaltend hohen Mieten auf steigende Nachfrage nach Rechenleistung zurück. Selbst die A100 liegt auf oder über dem Preis vom Jahresanfang.

Was begrenzt Kupfer im Rack?

Der Machine Age Fund meint die Netzwerkverkabelung innerhalb eines Racks, nicht die Stromleitung zum Standort. Diese Kupfergrenze wächst mit der Rechendichte.

Bildquelle: KI-generiert (Oktober 2026)

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