Google kontert Meta mit Spitzen-KI zum halben Preis
Mit Gemini 4 Argon verspricht Google besseren Schutz vor versteckten Angriffen auf KI-Agenten. Im unabhängigen Ranking reicht es für Rang 8.
Seit gestern können Entwickler und Unternehmen Gemini 4 Argon nutzen, bis zum 30. November zum Einführungspreis von rund 1,79 Euro je eine Million Eingabe-Token. Einen Tag zuvor hatte Meta mit Muse Wonder sein erstes Frontier-Modell veröffentlicht. Im unabhängigen Intelligence Index von Artificial Analysis liegen beide mit 53 und 52 Punkten hinter Claude Opus 5.5 mit 58.
Das Wichtigste in Kürze
- Argon kostet bis zum 30. November je Token die Hälfte von Muse Wonder und Claude Opus 5.5. Nach der Einführungsphase verlangt Google rund 3,58 Euro je eine Million Eingabe-Token und rund 17,88 Euro je eine Million Ausgabe-Token und liegt damit auf dem Niveau der beiden anderen.
- Im unabhängigen Intelligence Index führt Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten. Gemini 4 Argon folgt mit 53 Punkten auf Rang 8, Muse Wonder mit 52 Punkten auf Rang 9 von 216 Modellen.
- Google und Meta setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Google stellt bei Argon die Abwehr indirekter Prompt-Injection heraus, Meta bei Muse Wonder ein aktives Gedächtnis für lang laufende Assistenzaufgaben.
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Zwei Starts innerhalb von zwei Tagen
Am 12. Oktober veröffentlichte Meta Muse Wonder und Muse Wonder Full. Es ist das erste Frontier-Modell des Konzerns, also ein Modell aus der Spitzengruppe der leistungsfähigsten KI-Systeme. Trainiert wurde es im Rechenzentrum Prometheus in Ohio. Einen Tag später gab Google sein Modell Gemini 4 Argon für Entwickler, Unternehmen und Verbraucher frei.
Ganz neu war Argon zu diesem Zeitpunkt nicht. Google hatte das Modell bereits am 30. September vorgestellt, zunächst nur für ausgewählte Cyber-Partner im Fairwind Program. Der Konzern nennt Argon besonders stark in der Cybersicherheit. Mit der breiten Freigabe stehen nun zwei neue Spitzenmodelle für Vergleichstests bereit, die sich bei Preis, Messwerten und Schwerpunkt unterscheiden.
Was ist indirekte Prompt-Injection? Bei indirekter Prompt-Injection verstecken Angreifer Anweisungen in Inhalten, die ein KI-Modell während seiner Arbeit liest, etwa in Webseiten, E-Mails oder Dokumenten. Das Modell hält diese Anweisungen für einen Teil seiner Aufgabe und führt sie womöglich aus. Für KI-Agenten mit Zugriff auf Werkzeuge und Daten ist das ein besonderes Risiko.
Preise und Testfenster
Für die Einführungsphase verlangt Google rund 1,79 Euro je eine Million Eingabe-Token und rund 8,94 Euro je eine Million Ausgabe-Token. Token sind die Texteinheiten, in denen Sprachmodelle Ein- und Ausgaben verarbeiten und abrechnen. Zwischengespeicherte Eingaben sind 95 Prozent günstiger. Gemeint sind Kontextteile, die das Modell bereits verarbeitet hat und bei weiteren Anfragen wiederverwendet. Nach Ende der Einführungsphase am 30. November gelten rund 3,58 Euro für Eingabe-Token und rund 17,88 Euro für Ausgabe-Token. Alle Euro-Beträge sind zum EZB-Referenzkurs vom 13. Oktober umgerechnet.
Muse Wonder kostet über die Meta Model API rund 3,58 Euro je eine Million Eingabe-Token und rund 17,88 Euro je eine Million Ausgabe-Token. Bis Ende November kostet Argon je Token also die Hälfte von Muse Wonder. Danach liegen beide Modelle gleichauf.
Die unabhängige Messung
Im Intelligence Index von Artificial Analysis, einer unabhängigen Vergleichsmessung für KI-Modelle, kommt Gemini 4 Argon in der Variante High auf 53 Punkte und Rang 8 von 216 Modellen. Muse Wonder folgt in der Variante Max mit 52 Punkten auf Rang 9. An der Spitze steht Claude Opus 5.5 von Anthropic mit 58 Punkten auf Rang 1. Opus 5.5 kostet rund 3,58 Euro je eine Million Eingabe-Token und rund 17,88 Euro je eine Million Ausgabe-Token und damit bis Ende November je Token das Doppelte von Argon.
Für Muse Wonder liegen zudem Werte zur Geschwindigkeit vor. Über Metas API erzeugt das Modell 131 Ausgabe-Token pro Sekunde. Bis zum ersten Token nennt Artificial Analysis 39,24 Sekunden, bis zum ersten Antwort-Token einschließlich Denkzeit 54,51 Sekunden.
Sicherheitsfokus bei Argon
Google positioniert Argon für Softwareentwicklung, Wissensarbeit in Unternehmen und Cyberabwehr. Ausgelegt ist das Modell auf lange Arbeitsabläufe wie Code-Migrationen, bei denen bestehender Programmcode auf neue Plattformen oder Sprachen übertragen wird.
Bei der Sicherheit verweist Google auf den Gray-Swan-Test zu indirekter Prompt-Injection. Nach Angaben von Google senkt Argon dort die Erfolgsquote von Angriffen auf 0,7 Prozent über 15 adaptive Versuche. Zudem ist das Modell darauf trainiert, vor irreversiblen Schritten eine menschliche Bestätigung einzuholen. Das betrifft vor allem KI-Agenten, also Systeme, die mehrstufige Aufgaben eigenständig ausführen und dabei Werkzeuge bedienen oder Daten verändern.
Gedächtnis als Schwerpunkt bei Meta
Meta stellt bei Muse Wonder ein aktives Gedächtnis für lang laufende Assistenzaufgaben in den Mittelpunkt. Ein solcher Assistent soll über viele Arbeitsschritte hinweg festhalten, was er bereits erfahren und erledigt hat. In Metas eigenen Tests liegt Muse Wonder beim Gedächtnistest MemoryBench vor Fable, Opus und Astra. Die Werte stammen vom Hersteller selbst. Im unabhängigen Intelligence Index steht Muse Wonder mit 52 Punkten einen Rang hinter Argon.
Häufige Fragen
Über welche Wege ist Gemini 4 Argon erreichbar?
Entwickler nutzen Argon über den kostenpflichtigen Tarif der Gemini API in Google AI Studio und Android Studio. Unternehmen greifen über Gemini for business, die API und Google Antigravity zu. Verbraucher erhalten das Modell in der Gemini-App und im AI Mode der Suche, wenn sie Google AI Ultra oder Pro abonniert haben.
Wie groß ist das Token-Limit von Argon?
Über die Gemini API gilt ein gemeinsames Limit von einer Million Token für Ein- und Ausgabe. Eingabe und Antwort teilen sich dieses Kontingent.
Ist Muse Wonder Full über die API buchbar?
Muse Wonder Full gibt es nur für Abonnenten von Muse Code und nicht über die API. Über die Meta Model API steht Muse Wonder bereit.
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