ChannelCon EMEA: Was IT-Service-Provider aus London mitnehmen sollten
Katrin Giza von GTIA im Interview: Wie sich DACH-MSPs auf die ChannelCon EMEA in London vorbereiten und woran sie den Nutzen der Reise messen.
Systemhäuser und IT-Service-Provider aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen zwischen KI-Erwartungen, NIS2-Druck und knappen Margen. Katrin Giza betreut bei der Global Technology Industry Association (GTIA) die Community im DACH-Raum. Im Interview erklärt sie, was IT-Service-Provider von der ChannelCon EMEA am 9. und 10. November in London mitnehmen können und wie sich die Reise vorbereiten lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Baustellen gleichzeitig. KI, Cybersecurity unter NIS2 und wirtschaftlicher Druck verändern nach Gizas Einschätzung die Rolle des IT-Service-Providers hin zum strategischen Partner.
- Mit Fragen anreisen. Sie empfiehlt, vorab drei Fragen zum eigenen Geschäft zu klären und das Programm danach auszurichten, statt möglichst viele Sessions zu sammeln.
- Erfolg nach der Rückkehr messen. Zwei oder drei umsetzbare Punkte und neue Kontakte zählen für sie mehr als die Zahl besuchter Vorträge.
Verwandt: ChannelCon EMEA: Europas IT-Channel trifft sich in London / KI-Allianz von GTIA startet für Systemhäuser und MSPs
Die ChannelCon EMEA bringt IT-Service-Provider, MSPs, Hersteller und Distributoren aus Europa für zwei Tage im Park Plaza Westminster Bridge in London zusammen. Katrin Giza ist bei der GTIA Manager Member Communities DACH und kennt die Fragen, die Systemhäuser im deutschsprachigen Raum gerade beschäftigen.

Im Interview
Katrin Giza
Manager Member Communities DACH, Global Technology Industry Association (GTIA)
Wo der DACH-Channel gerade steht
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Frau Giza, welche Herausforderungen prägen aus Ihrer Sicht derzeit das Geschäft von Systemhäusern und IT-Service-Providern in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
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Katrin Giza
GTIA
Aus meiner Sicht kommen gerade mehrere Dinge gleichzeitig zusammen. Natürlich ist KI ein großes Thema. Die Erwartungen auf Kundenseite verändern sich sehr schnell. Gleichzeitig gibt es noch viele offene Fragen, zum Beispiel zu Datenschutz, Compliance oder dazu, wie sich mit KI überhaupt nachhaltig Geld verdienen lässt. Für IT-Service-Provider geht es deshalb zunehmend darum herauszufinden, welche KI-Services wirklich zu ihrem Geschäftsmodell und zu ihren Kunden passen.
Cybersecurity ist ein weiteres großes Thema. Durch NIS2 und andere regulatorische Anforderungen steigt der Druck auf Unternehmen, gleichzeitig werden Cyberangriffe professioneller. Kunden brauchen deshalb jemanden, der ihnen Orientierung gibt und sie kontinuierlich begleitet. Eine weitere Security-Lösung allein reicht nicht.
Und dann gibt es die wirtschaftlichen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Margendruck und die Frage, wie man sein Geschäft skalieren kann. Standardisierung und Automatisierung spielen dabei eine große Rolle. Ich glaube, dass sich erfolgreiche MSPs deshalb immer stärker vom reinen IT-Dienstleister zum strategischen Partner ihrer Kunden entwickeln.
Was MSPs aus dem Programm mitnehmen
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Welche Programmpunkte der ChannelCon EMEA würden Sie einem DACH-IT-Service-Provider empfehlen, der sein Geschäftsmodell weiterentwickeln möchte? Was lässt sich daraus konkret im eigenen Betrieb aufgreifen?
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Katrin Giza
GTIA
Das hängt davon ab, wo das Unternehmen gerade steht. Ich persönlich würde mir vor allem die Sessions rund um KI, Cybersecurity, Service Management und Unternehmensentwicklung anschauen.
Besonders wertvoll finde ich die Sessions, in denen andere IT-Service-Providern offen zeigen, was bei ihnen funktioniert hat und was nicht. Das sind ganz praktische Dinge: Wie werden Services paketiert? Wie funktioniert die Preisgestaltung? Was lässt sich automatisieren? Wie verändert sich der Vertrieb? Diese Einblicke kann man häufig direkt auf das eigene Unternehmen übertragen oder als Ausgangspunkt für die eigene Strategie nutzen.
Spannend finde ich außerdem die Workshops, in denen die Teilnehmer selbst aktiv werden. Ein Beispiel ist „The Resilience Stress Test: Build the Playbook Before You Need It“. Dort erlebt man in einer Tabletop Exercise selbst, wie schnell die Resilienz eines Unternehmens auf die Probe gestellt werden kann. Solche Formate bleiben meiner Erfahrung nach besonders hängen.
KI-Standards, die noch entstehen
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Die Managed Intelligence Alliance entwickelt Standards für gemanagte KI-Services. Welche Orientierung können IT-Service-Provider dazu in London erhalten, während diese Standards noch entstehen?
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Katrin Giza
GTIA
Gerade weil sich bei KI so viel so schnell verändert, suchen viele IT-Service-Provider Orientierung. Was wird wirklich relevant? Welche Services werden Kunden künftig erwarten? Und wie kann man sie sicher und gleichzeitig profitabel anbieten?
Hier setzt die Managed Intelligence Alliance an. Sie bringt Anbieter, IT-Service-Provider und Branchenexperten zusammen, um Best Practices und gemeinsame Ansätze für Managed-AI-Services zu entwickeln. Spannend finde ich, dass vieles noch im Entstehen ist. MSPs können sich dadurch sehr früh mit dem Thema auseinandersetzen, die Diskussion verfolgen oder sich sogar einbringen.
Wer konkrete Fragen hat, kann in London direkt das Gespräch suchen. Carlo Tortora Brayda, der die Managed Intelligence Alliance verantwortet, ist vor Ort und steht für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Kontakte, die über London hinaus tragen
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Wie können Systemhäuser, IT-Service-Provider und MSPs in London europäische Kollegen mit ähnlichen Geschäftsfragen finden? Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Kontakt nach der Konferenz fortzusetzen?
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Katrin Giza
GTIA
Für mich ist Networking einer der größten Mehrwerte der ChannelCon EMEA. Dort kommen IT-Service-Provider, Systemhäuser, Hersteller und Experten aus ganz Europa zusammen. Man stellt sehr schnell fest, dass viele mit ganz ähnlichen Fragen kämpfen.
Der Einstieg ist unkompliziert: bei einem Roundtable, in einer Interest Group, während eines Networking-Formats oder beim Kaffee zwischen zwei Sessions. Oft entsteht gerade aus diesen ungeplanten Gesprächen später etwas.
Wichtig ist aus meiner Sicht, was danach passiert. GTIA bietet das ganze Jahr über Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben, zum Beispiel über regionale Communities, Interest Groups, Chapter Meetings oder virtuelle Treffen. Am Ende hängt viel von einem selbst ab: Je stärker man sich in die Community einbringt, desto mehr bekommt man zurück. Die ChannelCon ist deshalb häufig der Beginn von Kontakten, die weit über die Veranstaltung hinausgehen.

Woran sich die Reise messen lässt
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Wie sollten IT-Service-Provider-Verantwortliche den erwarteten Nutzen der Reise gegen Zeitaufwand und Kosten abwägen? Woran lässt sich nach der Konferenz erkennen, ob sich die Teilnahme gelohnt hat?
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Katrin Giza
GTIA
Ich würde den Erfolg ehrlich gesagt nicht an der Zahl besuchter Sessions messen. Entscheidend ist: Was nehme ich mit, das mein Unternehmen tatsächlich weiterbringt? Das kann ein neuer strategischer Kontakt sein, eine Idee für einen Service oder eine Best Practice zum Übernehmen. Vielleicht ist es auch die Erkenntnis, dass man einen bestimmten Weg gerade nicht gehen möchte.
Wenn ich nach der Veranstaltung mit zwei oder drei konkreten Punkten nach Hause fahre, die ich umsetzen möchte, hat sich die Teilnahme für mich gelohnt.
Dazu kommt ein Punkt, der immer wichtiger wird: ein gutes Netzwerk. In unserer Community trifft man Menschen, die vieles bereits ausprobiert haben. Man findet dort auch Experten genau für das Gebiet, mit dem man selbst gerade kämpft. Die Mitglieder teilen ihre Erfahrungen und helfen einander. Das ist schwer in einen unmittelbaren ROI umzurechnen, langfristig aber unglaublich wertvoll.
Drei Fragen vor der Abreise
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Wie empfehlen Sie Systemhäusern und IT-Service-Providern, ihren Besuch vorzubereiten? Welche Fragen zum eigenen Geschäft sollten sie vor der Reise klären?
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Katrin Giza
GTIA
Ich würde auf keinen Fall versuchen, möglichst viele Sessions in den Kalender zu packen. Lieber vorher überlegen: Was möchte ich eigentlich mit nach Hause nehmen? Drei Fragen finde ich dabei hilfreich:
- Wo liegen aktuell unsere größten geschäftlichen Herausforderungen?
- Welche Fähigkeiten und Services wollen oder müssen wir in den nächsten zwei bis drei Jahren aufbauen?
- Von welchen Unternehmen oder Branchenkollegen könnten wir dabei lernen?
Mit diesen Antworten kann ich mein Programm viel gezielter zusammenstellen und weiß, mit wem ich vor Ort sprechen möchte.
Ein Tipp ist außerdem das Business Genius Café. Dort lassen sich zu bestimmten Themen Gespräche mit den Geniuses buchen. Am meisten bringt das mit einer ganz konkreten Fragestellung aus dem eigenen Unternehmen. Das würde ich unbedingt nutzen.
Gehen Sie nicht mit dem Anspruch zur ChannelCon, möglichst viele Sessions abzuhaken. Gehen Sie mit Fragen hin.
Ihr Rat an Unentschlossene
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Was möchten Sie Verantwortlichen aus dem DACH-Channel mitgeben, die noch über ihre Teilnahme nachdenken?
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Katrin Giza
GTIA
Wir erleben eine unglaublich spannende, aber auch herausfordernde Zeit in unserer Branche. KI, Cybersecurity, neue Geschäfts- und Service-Modelle verändern unser Geschäft teilweise sehr schnell. Man muss aber nicht jede Antwort selbst finden. Genau das ist für mich der Sinn einer Community.
In London bekommt man jede Menge Fachwissen und neue Impulse. Mindestens genauso wichtig sind die Menschen, die man dort kennenlernt. Aus einem Gespräch beim Kaffee entsteht vielleicht ein Austausch, später eine Partnerschaft und manchmal tatsächlich eine Freundschaft.
Mein Rat: Gehen Sie mit Fragen hin. Sprechen Sie mit Menschen, teilen Sie Ihre eigenen Erfahrungen und hören Sie sich an, was andere bereits ausprobiert haben. Je mehr man sich selbst einbringt, desto mehr nimmt man meistens auch wieder mit nach Hause.
Termin und Anmeldung
Die ChannelCon EMEA 2026 findet am 9. und 10. November im Park Plaza Westminster Bridge in London statt, das ergänzende Trainingsprogramm folgt am 11. November. Für GTIA-Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Häufige Fragen
Wann und wo findet die ChannelCon EMEA 2026 statt?
Die Konferenz läuft am 9. und 10. November 2026 im Park Plaza Westminster Bridge in London. Am 11. November folgt ein ergänzendes Trainingsprogramm.
Was ist die Managed Intelligence Alliance?
Die Managed Intelligence Alliance ist ein herstellerunabhängiges Programm der GTIA. Sie entwickelt offene Standards, Akkreditierung und Best Practices für KI-Services, die IT-Dienstleister als Managed Service für kleine und mittlere Unternehmen erbringen. Gestartet ist sie am 19. Oktober 2026.
Was kostet die Teilnahme?
Für GTIA-Mitglieder ist die Anmeldung kostenlos. Programm und Anmeldeformular finden Sie hier.
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