Brüssel gibt grünes Licht für Infineon-Werk in Dresden
Brüssel erlaubt Deutschland, den Bau eines Infineon-Chipwerks mit fast einer Milliarde Euro zu unterstützen.
Um die Chipproduktion nach Europa zu holen, erlaubt die EU-Kommission der deutschen Bundesregierung den Bau eines neuen Infineon-Werkes in Dresden mit fast einer Milliarde Euro zu unterstützen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die EU erlaubt Deutschland, Infineon mit 920 Mio. Euro für ein neues Chipwerk in Dresden zu unterstützen.
- Das Werk stärkt die europäische Versorgungssicherheit und technologische Autonomie bei Halbleitern.
- Infineon erweitert sein bestehendes Werk in Dresden, das bereits seit 1994 in Betrieb ist.
- Die Gesamtkosten der Fabrikerweiterung belaufen sich auf rund fünf Milliarden Euro, Start 2026.
- Die Chips dienen vor allem der Automobilindustrie und Erneuerbaren Energien für Digitalisierung und Dekarbonisierung.
Die strengen Wettbewerbsregeln der EU verbieten es ihren Mitgliedsländern eigentlich, einzelne Unternehmen mit staatlichen Zuschüssen zu subventionieren. Um die Chipproduktion in Europa zu stärken und Marktanteile aus Fernost umzuleiten, hat die EU-Kommission der deutschen Bundesregierung nun aber gestattet, den Bau eines Chipwerkes von Infineon mit 920 Millionen Euro zu unterstützen.
Der Halbleiterhersteller, der sich über 25 Jahre nach der Ausgliederung von Siemens 1999 zu einem weltweit anerkannten Player entwickelt hat, wird so in die Lage versetzt, ein Vorhaben abzuschließen, das die Produktion einer großen Bandbreite von Chips ermöglicht. Die Produktionsstätte in Dresden schließt auch ein bereits bestehendes Chipwerk des Halbleiterkonzerns ein.
Autonome Chip-Versorgung als Ziel
Das neue Werk soll die EU mit flexiblen Produktionskapazitäten ausstatten und so die Versorgungssicherheit, Widerstandsfähigkeit und technologische Autonomie Europas im Bereich Halbleiter stärken. Ziel der Kommission sei es, die europäische Chipproduktion zu vervielfachen.
Insgesamt wird die Fabrikerweiterung mit Produktionsstart 2026 nach Angaben von Infineon rund fünf Milliarden Euro kosten. Der neue Teil des Chipwerkes in Dresden soll vor allem der Halbleiterfertigung für die Dekarbonisierung und Digitalisierung dienen, insbesondere der Automobilindustrie und dem Bereich der Erneuerbaren Energien.
Infineon unterhält schon seit 1994 eine Halbleiterproduktion in Dresden und fertigt dort eigenen Angaben zufolge mit rund 3.900 Beschäftigten in beiden bestehenden Produktionslinien für 200- und 300-mm-Wafer (Siliziumscheiben) über 400 verschiedene Produkte. Die sächsische Landeshauptstadt ist damit der größte Standort von Infineon in Deutschland.
Häufige Fragen
Warum darf Deutschland Infineon mit staatlichen Mitteln unterstützen?
Die EU-Kommission genehmigt die 920-Millionen-Euro-Förderung, um die Chipproduktion in Europa zu stärken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Normalerweise verbieten EU-Regeln solche staatlichen Beihilfen.
Welches Ziel verfolgt die EU mit der Förderung des Infineon-Werks?
Die EU möchte die eigene Chipproduktion vervielfachen und unabhängiger von Importen aus Fernost werden. Das Werk soll Europas technologische Autonomie und Widerstandsfähigkeit stärken.
Wo befindet sich das neue Chipwerk von Infineon?
Das neue Werk entsteht in Dresden und ergänzt die bestehenden Produktionsstätten des Unternehmens. Dresden ist der größte Infineon-Standort in Deutschland.
Wofür werden die in Dresden produzierten Chips hauptsächlich verwendet?
Die Halbleiter dienen vor allem der Automobilindustrie und den Erneuerbaren Energien. Sie unterstützen Dekarbonisierung und Digitalisierung in Europa.
Wann soll die Produktion im erweiterten Werk beginnen und wie teuer ist das Projekt?
Der Produktionsstart im erweiterten Werk ist für 2026 geplant. Die Gesamtkosten der Erweiterung belaufen sich auf rund fünf Milliarden Euro.
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Quelle Titelbild: Pexels / Pixabay

