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Rechenzentren

200 kW pro Rack – nur mit Flüssigkühlung: Was firstcolos Rosbach-Neubau für Colocation-Planer heißt

firstcolo baut in Rosbach das Rechenzentrum FRA7: 250 Millionen Euro, 24 MW, bis 200 kW pro Rack. Warum die Dichte über die Kühlarchitektur entscheidet.

Von Alec Chizhik 6. Juli 2026 6 Minuten Lesezeit
200 kW pro Rack – nur mit Flüssigkühlung: Was firstcolos Rosbach-Neubau für Colocation-Planer heißt

6 Min. Lesezeit

firstcolo hat in Rosbach vor der Höhe den Bau von FRA7 begonnen: 250 Millionen Euro, 24 Megawatt, bis zu 200 Kilowatt pro Rack. Zwei Zahlen aus diesem Projekt sagen mehr über die nächsten Jahre im Rechenzentrum als jede Marktprognose. Die eine ist die Rack-Dichte, die andere die Zusage, die Abwärme 20 Jahre lang zu verschenken.

Das Wichtigste in Kürze

  • 200 Kilowatt pro Rack: Diese Dichte lässt sich nur mit Flüssigkühlung fahren. Wer heute Colocation plant, plant an Luftkühlung vorbei.
  • PUE unter 1,2, 100 Prozent Grünstrom: FRA7 setzt die Effizienzmarke, die für Neubauten ohnehin zur Pflicht wird, freiwillig um.
  • Abwärme 20 Jahre gratis an die Stadt: firstcolo nimmt damit eine regulatorische Anforderung vorweg, die andere Betreiber noch als Last vor sich herschieben.

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Die Eckdaten von FRA7

firstcolo betreibt seine Standorte im Großraum Frankfurt, dem größten Internetknoten Europas. FRA7 in Rosbach vor der Höhe ist der bislang größte Einzelbau des Anbieters. Der Spatenstich fiel Mitte Juni 2026, die Eröffnung ist für Anfang 2027 geplant. Die Anlage ist von Grund auf für Cloud, KI und High-Performance-Computing ausgelegt, nicht für klassische Web-Hosting-Last.

Kennzahl Wert Bedeutung
Investition rund 250 Mio. Euro eine der größten Digital-Investitionen Hessens
Leistung 24 Megawatt Kapazität im Bereich großer Colocation-Campus
Rack-Dichte bis 200 kW pro Rack nur mit Flüssigkühlung erreichbar
Effizienz PUE unter 1,2 unter der Schwelle kommender Auflagen
Fläche rund 11.555 Quadratmeter Grünstrom, Abwärme 20 Jahre an die Stadt

Was 200 Kilowatt pro Rack für die Planung heißt

Ein klassisches Colocation-Rack liegt bei 5 bis 15 Kilowatt. Selbst gut ausgebaute Standorte kommen selten über 40. Die 200 Kilowatt von FRA7 sind also kein gradueller Sprung, sondern ein anderer Maßstab. Diese Wärme lässt sich mit Luft nicht mehr aus dem Schrank holen. Wer solche Dichten fahren will, kommt an direkter Flüssigkühlung am Chip nicht vorbei.

Für Betreiber und Mieter hat das eine unbequeme Konsequenz. Wer heute eine Fläche für die nächsten zehn Jahre anmietet oder selbst baut, entscheidet damit über die Kühlarchitektur. Ein luftgekühlter Neubau von 2026 ist für die GPU-Last von 2028 zu klein gedacht. Nachrüsten auf Flüssigkühlung ist möglich, aber teuer und selten sauber. Die Frage lautet nicht mehr, ob Flüssigkühlung kommt, sondern ob der eigene Standort sie tragen kann.

bis 200 kW
pro Rack plant firstcolo in FRA7. Ein durchschnittliches Colocation-Rack liegt beim Zehn- bis Vierzigfachen darunter. Der Unterschied entscheidet über die Kühlarchitektur.
Quelle: firstcolo, Baubeginn FRA7, Juni 2026

Die Abwärme-Klausel nimmt das Gesetz vorweg

Der zweite bemerkenswerte Punkt steht nicht in den Leistungsdaten. firstcolo gibt die Abwärme des Rechenzentrums für mindestens 20 Jahre kostenlos an die Stadt Rosbach ab, mit der Option, sie für klimafreundliches Heizen nutzbar zu machen. Das klingt nach Marketing, ist aber ein handfester regulatorischer Vorsprung.

Denn genau in diese Richtung bewegt sich der Gesetzgeber. Das Energieeffizienzgesetz macht Effizienz- und Abwärme-Themen für Rechenzentren zur Pflicht, auch wenn die jüngste Novelle einzelne Fristen streckt. Wer die Abwärme-Nutzung erst dann angeht, wenn sie erzwungen wird, baut sie teuer nach. Wer sie wie firstcolo von Anfang an einplant, hat die Auflage schon erfüllt, bevor sie greift.

Was hohe Dichte bringt

  • Mehr Rechenleistung auf gleicher Fläche
  • Kürzere Wege, geringere Latenz zwischen Knoten
  • Bessere Effizienz, wenn die Kühlung mitzieht

Was hohe Dichte fordert

  • Flüssigkühlung statt Luft, oft am Chip
  • Höhere Anforderungen an Stromzuführung und Redundanz
  • Ein Abwärme-Konzept, das die Wärme sinnvoll abnimmt

Was Betreiber jetzt mitnehmen

FRA7 ist kein Ausreißer, sondern ein Vorzeichen. Die KI-Last zieht die Rack-Dichten nach oben. Die Kühlung entscheidet, wer diese Last überhaupt aufnehmen kann. Ein Standort, der heute ohne Flüssigkühlungs-Option gebaut wird, altert schneller, als seine Abschreibung erlaubt.

Zugleich zeigt firstcolo, dass Effizienz und Abwärme keine Pflichtübung bleiben müssen. Wer sie früh einplant, spart sich die teure Nachrüstung und den Ärger mit der nächsten Novelle. Für die eigene Planung heißt das: die Kühlarchitektur und das Abwärme-Konzept gehören auf die erste Seite des Lastenhefts, nicht in den Anhang.

Häufige Fragen

Was ist FRA7 von firstcolo?

Ein neues Rechenzentrum in Rosbach vor der Höhe bei Frankfurt. Baubeginn war Mitte Juni 2026, die Eröffnung ist für Anfang 2027 geplant. Investitionsvolumen rund 250 Millionen Euro, Leistung 24 Megawatt, ausgelegt für Cloud, KI und High-Performance-Computing.

Warum sind 200 Kilowatt pro Rack besonders?

Weil ein übliches Colocation-Rack bei 5 bis 15 Kilowatt liegt. Solche Dichten lassen sich nicht mehr mit Luft kühlen, sondern nur mit direkter Flüssigkühlung. Für die eigene Planung heißt das: Luftkühlung reicht für kommende KI-Last nicht mehr.

Was hat es mit der 20-jährigen Abwärme-Zusage auf sich?

firstcolo gibt die Abwärme mindestens 20 Jahre kostenlos an die Stadt Rosbach ab, mit der Option auf klimafreundliches Heizen. Das nimmt die Richtung des Energieeffizienzgesetzes vorweg, das Abwärme-Nutzung für Rechenzentren zunehmend verlangt.

Was sagt der PUE-Wert über die Effizienz?

Er misst, wie viel Strom neben der reinen IT-Last für Kühlung und Betrieb draufgeht. Der von firstcolo angepeilte Wert gilt als sehr effizient und liegt unter der Schwelle, die kommende Auflagen für Neubauten setzen.

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Quelle Titelbild: KI-generiert (Juli 2026)

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