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KI-Anbieter Langdock verlässt Delaware für Deutschland

Drei Gründer und eine Investorin holen den KI-Anbieter Langdock rechtlich nach Deutschland. Die Langdock Holding SE hält alle Anteile der Langdock GmbH.

Von Benedikt Langer 30. September 2026 4 Minuten Lesezeit
KI-Anbieter Langdock verlässt Delaware für Deutschland

Das Berliner KI-Unternehmen Langdock hat seinen Rechtssitz aus den USA nach Deutschland verlegt, die Langdock Holding hält inzwischen alle Anteile der deutschen Gesellschaft. Im September 2026 haben Mitgründer Lennard Schmidt und Judith Dada den Schritt bestätigt. Die Investorin führt Langdock seit September 2026 als Co-CEO neben Schmidt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Langdock hat seinen Rechtssitz aus den USA nach Deutschland verlegt. Die deutsche Gesellschaft gehörte vollständig einer Muttergesellschaft in Delaware, heute hält die Langdock Holding alle Anteile.
  • Investorin Judith Dada führt das Unternehmen seit September 2026 als Co-CEO mit Lennard Schmidt. Zuvor hatte sie die bis dahin einzige Finanzierungsrunde von Langdock angeführt.
  • Für Unternehmen, die eine KI-Plattform auswählen, gehört die Eigentümerstruktur des Anbieters mit auf den Prüfstand. Die Gründer halten direkt und indirekt mehr als 75 Prozent der Holding, was nach Einschätzung des Anwalts Martin Steiger wegen einer Trust-Struktur nicht gleichbedeutend mit wirtschaftlichem Eigentum sein muss.

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Von der Investorin zur Co-CEO

Judith Dada kennt Langdock zuerst aus Sicht der Geldgeberin. Als Investorin hatte sie die bis dahin einzige Finanzierungsrunde des Berliner KI-Unternehmens angeführt. Seit September 2026 führt sie Langdock als Co-CEO gemeinsam mit Mitgründer Lennard Schmidt. Damit wechselt eine Kapitalgeberin selbst in die operative Führung des Unternehmens, in das sie investiert hat.

Den Anspruch, mit dem sie antritt, fasst Dada in einen Satz: „Ich glaube, dass Langdock die größte KI-Firma in Europa wird.“

Gegründet haben das Unternehmen 2023 in Berlin Lennard Schmidt, Jonas Beisswenger und Tobias Kemkes. Ihre Firma trägt einen Berliner Namen auf dem Türschild, rechtlich war sie bis zur Umstrukturierung in den USA verankert.

Was ist ein Hyperscaler? Als Hyperscaler gelten Cloud-Anbieter, die Rechenleistung, Speicher und Netzwerke in sehr großem Maßstab betreiben. Die Kapazität lässt sich je nach Bedarf erweitern, abgerechnet wird in der Regel nach Verbrauch. Auf dieser Infrastruktur bieten Hyperscaler zusätzlich Plattformdienste an, etwa Datenbanken oder KI-Modelle.

Die Spur nach Delaware

Die deutsche Langdock-Gesellschaft gehörte zu 100 Prozent der Muttergesellschaft im US-Bundesstaat Delaware. Öffentlich gemacht wurde diese Konstruktion im Juni 2026 durch den Schweizer Anwalt Martin Steiger.

Inzwischen hält die Langdock Holding alle Anteile der deutschen Gesellschaft. Eine Holding ist eine Dachgesellschaft, deren Zweck vor allem im Halten von Beteiligungen liegt. Im September 2026 haben Lennard Schmidt und Judith Dada bestätigt, dass Langdock seinen Rechtssitz von den USA nach Deutschland verlegt.

Das Ziel: ein Hyperscaler aus Europa

Das Ziel für Langdock formuliert Dada größer: „Wir haben das Ziel, den nächsten Hyperscaler aus Europa aufzubauen.“ Langdock selbst betreibt eine KI-Plattform für Unternehmen.

Zahlen nach eigenen Angaben

Mit Stand September 2026 nennt Langdock mehr als 13.000 Unternehmen als Kunden und 65 Mitarbeitende. Den annualisierten wiederkehrenden Umsatz aus abgeschlossenen Kundenverträgen beziffert das Unternehmen auf mehr als 50 Millionen Euro. Diese Kennzahl, oft als ARR abgekürzt, rechnet die vertraglich vereinbarten laufenden Erlöse auf ein volles Jahr hoch. Alle drei Werte sind Eigenangaben.

Im September 2026 kündigte Langdock zudem ein eigenes Rechenzentrum in Deutschland für das laufende Jahr an. Die Investitionen beziffert das Unternehmen auf 10 bis 15 Millionen Euro.

Eigentümerstruktur als Auswahlkriterium

Für Unternehmen, die eine KI-Plattform auswählen, gehört die Eigentümerstruktur des Anbieters mit auf den Prüfstand. Bei Langdock lässt sich das an zwei Ebenen ablesen. Die erste betrifft die Gesellschaft, die die Anteile des deutschen Unternehmens hält. Bis zur Umstrukturierung war das die Muttergesellschaft in Delaware, inzwischen ist es die Langdock Holding.

Die zweite Ebene liegt eine Stufe höher. Die Gründer halten direkt und indirekt mehr als 75 Prozent der Holding. Wegen einer Trust-Struktur muss das nach Einschätzung von Martin Steiger nicht gleichbedeutend mit wirtschaftlichem Eigentum sein. Ein Trust ist eine treuhänderische Konstruktion, bei der ein Verwalter Vermögen für Begünstigte hält; rechtliche Inhaberschaft und wirtschaftlicher Nutzen können dabei auseinanderfallen.

Mit dem Sitzwechsel ist die Frage nach dem wirtschaftlichen Eigentum hinter der Trust-Struktur für Kunden nicht erledigt.

Häufige Fragen

Wer ist Judith Dada?

Judith Dada war General Partner bei La Famiglia und nach der Übernahme durch General Catalyst dort Partner. Seit 2025 ist sie beim Visionaries Club. Seit September 2026 führt sie Langdock als Co-CEO neben Lennard Schmidt.

Welche Kunden nennt Langdock?

Mit Stand September 2026 gibt Langdock mehr als 13.000 Unternehmen als Kunden an, darunter Merck und Trumpf. Es handelt sich um Eigenangaben des Unternehmens.

Wie wurde die frühere US-Struktur bekannt?

Öffentlich wurde sie im Juni 2026 durch den Schweizer Anwalt Martin Steiger, der sich auf das Handelsregister berief. Demnach gehörte die deutsche Langdock-Gesellschaft zu 100 Prozent der Muttergesellschaft in Delaware.

Bildquelle: KI-generiert (Oktober 2026)

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