12. März 2019

KMUs in Deutschland nach wie vor nicht gut für die Digitalisierung gerüstet

Beim Stichwort Clouddiensten, digitales Office oder auch der digitalen Produkte hapert es laut einer Studie insbesondere bei den kleineren Betrieben. Dieser Artikel erklärt die Thematik einmal genauer.

Die Digitalisierung der Geschäftswelt schreitet voran, doch gerade die kleineren und mittelgroßen Betriebe konnten sich bislang noch nicht ausreichend rüsten. Das zeigt auch die Umsatzverteilung. Während größere Unternehmen rund 28 Prozent ihrer Umsätze auf dem digitalen Weg erwirtschaften, sind es bei kleinen Betrieben nur 15 Prozent. Doch bezieht sich die fehlende Digitalisierung nicht allein auf die Wertschöpfung und Umsatzgenerierung auf Basis des Internets, auch die hauseigene Unternehmensstruktur ist häufig nicht ausreichend umgestellt.

In welchen Bereichen hapert es noch?

Die aktuellen Hindernisse in dem Bereich der Digitalisierung erstrecken sich auf mehrere Felder. Besonders deutlich wird jedoch, dass nur ein Fünftel der Unternehmen digitale Möglichkeiten nutzt, um Prozesse und Produkte zu virtualisieren. Rund 80 Prozent der KMU befinden sich tatsächlich noch im Computerisierungsstadium. Grundsätzlich gilt:

  • Virtuelle Abbildung – in Zukunft wird die Unternehmenswelt vermehrt digitalisiert. Viele Unternehmen nutzen diesen Weg jedoch nicht, um ihr Geschäftsmodell zu unterstützen.
  • Umsätze – KMU nutzen digitale Produkte oder Dienstleistungen nur zu 15 Prozent zur Umsatzgenerierung. Bei den bereits digitalisierten Betrieben liegt dieser Prozentsatz deutlich höher.
  • Investition – Digitalisierung kommt nicht von alleine. Nur rund neun Prozent der Umsätze wurden von den KMU bis 2016 in Digitalisierungsprojekte investiert. Digitalisierte KMU wenden wesentlich mehr Gelder auf.

Diese Haltung ist schade, denn Berechnungen ergeben, dass durch die Digitalisierung wesentlich höherer Umsätze generiert werden können, auch würde die Beschäftigungszahl steigen. Besonders die folgenden Bereiche müssen angegangen werden:

  • Daten/Datenmodelle – digitale Vertriebskanäle, Social Media und Suchmaschinenoptimierungen gehören zum Erfolgskonzept digitaler KMU.
  • Gefahren – viele Betriebe befürchten, dass das Know-how aufgrund der Vernetzung verloren geht. Diese Gefahr besteht durchaus, doch muss sie mit den möglichen Chancen zusammenbetrachtet werden.

Wie sieht es im Bereich Cloud-Computing aus?

In diesem Bereich gibt es tatsächlich sogenannte Hardliner. Gerade kleine Betriebe verweigern sich häufig dem Cloudcomputing, während größere, digital-affine Unternehmen diese Möglichkeiten des Systemerhalts als Chance sehen. Grundsätzlich nutzt zwar ungefähr jedes dritte Unternehmen eine Cloudlösung, doch ist die Verteilung hier sehr unterschiedlich:

  • Public Cloud – diese werden von einem Drittel der Unternehmen eingesetzt. Bei dieser Cloudlösung handelt es sich freilich um die Angebote, die auch Privatanwendern zustehen.
  • Private Cloud – sie werden von rund 51 Prozent der Unternehmen genutzt. Diese Maßnahme ist freilich sinnvoller und sicherer.
  • Keine Cloud – 13 Prozent der Unternehmen geben an, dass Cloudlösungen aller Art für sie aktuell und in Zukunft kein Thema seien. Hinsichtlich der Public Clouds liegt der Satz mit 41 Prozent deutlich höher.

Cloudlösungen oder das Cloud-Computing sind dabei häufig aber vollständig falsch verstandene Begriffe, denn:

  • Betriebssysteme – diese arbeiten zum Teil schon mit Cloud-Computing. Betriebe, die Office-Pakete von Windows nutzen, erhalten diese schon als Cloudlösung. Ein absoluter Ausschluss dieser Möglichkeit basiert daher häufig auf ein Missverständnis.
  • Programme – gerade für kleinere Betriebe bieten Clouds die Möglichkeit, komplexe und ressourcenreiche Programme und Systeme zu installieren. ERP-Softwares lassen sich mithilfe des Cloud-Computings beispielsweise auch dann nutzen, wenn selbst kein ausreichender Server vorhanden ist.
  • Arbeitsplätze – die Cloud ermöglicht zudem neue Arbeitsmodelle. Home-Office ist via Zugang über die Cloud wesentlich einfacher zu realisieren, doch auch Außendienstmitarbeiter oder Mitarbeiter auf Geschäftsreisen können von unterwegs aus im Handumdrehen auf relevante Programme und Dateien zugreifen.

Auf der anderen Seite spielt die Sicherheit bei Clouddiensten eine wichtige Rolle. Gerade der ständige Zugriff muss von allen Seiten aus garantiert werden, denn auf einem Cloudserver ausgelagerte Programme müssen von dem Betrieb erreichbar sind. Ist kein Zugriff möglich, liegt somit auch die IT des Unternehmens lahm. Zusätzlich muss natürlich die Datenübertragung in die Cloud entsprechend gelöst werden, was ebenfalls eine Herausforderung darstellen kann. Denn jede IT-Infrastruktur ist individuell, weswegen es keine Universallösung für die Cloud-Migration gibt. Die Migration von E-Commerce-Lösungen und Web-Applikationen als individuelle Projekte ist zeitaufwendig und wenig kosteneffizient. Hier wartet Root360 mit einem USP auf und setzt daher bei der Migration zu AWS auf ein Baukasten-System, mit dem sich 80% der typischen Anforderungen bei Migrationen schnell und kosteneffizient umsetzen lassen.

Digitalisierung am modernen Arbeitsplatz

Abbildung 1: Viele Unternehmen befinden sich noch im Computerisierungsstadium – hier sind schnellere Entwicklungen umso wichtiger. (Quelle: StartupStockPhotos / pixabay.com)

Welche Herausforderungen werden in den nächsten Jahren akut?

Zum einen schreitet die Digitalisierung voran, zum anderen stehen Unternehmen jedoch zuerst vor einem infrastrukturellen Problem. Gerade in Deutschland ist die digitale Infrastruktur noch nicht ausreichend vorhanden, um den künftigen Bedarf abzudecken. Diese Diskussion kommt immer wieder im Rahmen von Funklöchern, Glasfaseranschlüssen oder jetzt auch 5G auf. Insbesondere in produzierenden Unternehmen wird die Digitalisierung nämlich innerhalb der Produktion eine immer wichtigere Rolle spielen:

  • Produktionsanlagen – selbst kleine Handwerksbetriebe arbeiten längst computerunterstützt und dies wird sich fortsetzen. Künftig werden Anlagen auf das Internet beziehungsweise auf Clouds zugreifen, um die Vorlagen abzurufen.
  • Logistik – die Logistik ist bereits teilweise digitalisiert, doch dies wird weitergeführt. Intelligente Lager, neue Scanner, neue Warenwirtschaften und natürlich die Verfolgung einzelner Lieferungen basiert auf der Digitalisierung und dem Internet.
  • Künstliche Intelligenz – etliche Arbeiten innerhalb der Verwaltung können künftig von auf KI basierenden Programmen übernommen werden. Mitarbeiter haben nun eine Überwachungsfunktion, während die kleineren Arbeiten vom Programm selbst ausgeführt werden.

Die größte Herausforderung dürfte für ein Unternehmen daher sein, die Grundlage für die Digitalisierung zu schaffen. Betriebe müssen Druck auf die Behörden und Verantwortlichen machen, um einen soliden Breitbandausbau zu erhalten, der der Zukunft nicht im Wege steht. Denn solange die Infrastruktur nicht in allen Bereichen und Gebieten angepasst ist, könnte es müßig sein, innerbetrieblich über Digitalisierungsprozesse zu sprechen, da sie auch mit dem besten Willen nicht ausreichend umgesetzt werden können.

Fazit – auf allen Seiten ist viel zu tun

Die Digitalisierung erfordert das Handeln von diversen Beteiligten. Betriebe müssen ihr gegenüber aufgeschlossen sein und für sich passende Lösungen erarbeiten oder finden, während sie jedoch gleichzeitig Druck ausüben müssen, damit die Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Behörden müssen endlich die weißen Flecken der Internetabdeckung schließen und sicherstellen, dass auch kleinere Unternehmen in Randgebieten zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben. Denn eines ist sicher: Betriebe, die sich vollends der Digitalisierung und der modernen Arbeits- und Unternehmenswelt verschließen, werden künftig verdrängt und abgehängt. Umso mehr kleinere und mittelständische Betriebe auf Systemlösungen setzen, die einst nur von den Großen genutzt wurden, desto höher ist auch der Druck auf jeden einzelnen Betrieb, diese Lösungen gleichfalls zu nutzen. Es bringen die besten Produkte nichts, wenn Betriebe sich selbst im Wege stehen.

 

 Quelle Titelbild: Quelle: bsdrouin / pixabay