1. Juni 2019

PEGASUS Forschungsprojekt zur Absicherung des autonomen Fahrens

Selbstfahrende Autos gab es lange nur in Science-Fiction Filmen. Doch die Möglichkeit sich von seinem eigenen Auto chauffieren zu lassen könnte schon bald gang und gebe sein. Die wichtigsten Erkenntnisse des größten PEGASUS-Teilprojekt „Testen“ stellt die Daimler AG mit 16 weiteren Projektpartnern zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

PEGASUS ist ein seit Januar 2016 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördertes Projekt zur Etablierung von generell akzeptierten Gütekriterien, Werkzeugen und Methoden sowie Szenarien und Situationen zur Freigabe hochautomatisierter Fahrfunktionen.

Das Forschungsprojekt besteht grundsätzlich aus vier Teilprojekten, die jeweils ein wichtiges Themengebiet zur Absicherung des autonomen Fahrens und dafür relevante Fragestellungen klären.

1 – Szenarienanalyse und Qualitätsmaße

2 – Umsetzungsprozesse

3 – Testen

4 – Ergebnisreflektion und Einbettung

Ziel des Verbundprojekts ist es, einheitliche Technikstandards auf dem Gebiet der Absicherung hochautomatisierter Fahrzeugsysteme zu entwickeln und wichtige Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme zu beantworten. Denn bis die Automatisierungssysteme flächendeckend und millionenfach auf der Straße eingesetzt werden können, müssen noch viele Aspekte, wie die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme nachgewiesen werden kann, wann ein System „reif“ genug für die Zulassung auf der Straße ist oder welche Rolle der Mensch im Zusammenspiel in der Technik spielt, geklärt werden.

Automatisiertes Fahren effektiv absichern – Daimler präsentiert PEGASUS Forschungsteilprojekt „Testen“

Teilprojekt 3: “Testen”

Ein Kernelement des Teilprojekts „Testen“ war die Entwicklung eines Modells für reale Verkehrssituationen, dass alle Variationen und Einflussgrößen vollständig beschreibt. Dazu wurden in diesem Arbeitspaket für PEGASUS herausfordernde Situationen gesammelt und dann systematisch und hoch präzise deren relevante Parameter wie Spurverhalten, Geschwindigkeit oder Streckenbedingungen vermessen. Unter der Leitung der Daimler AG wurden hier Methoden und Werkzeuge zur Durchführung von Tests in der Simulation, auf dem Prüfgelände und im realen Verkehrsgeschehen erarbeitet.

Die Arbeitspakete des Teilprojektes 

Das zweite Arbeitspaket im Teilprojekt „Testen“ waren anschließende Simulationstests. Ziel der Simulation ist es, kollisionsrelevante Ausprägungen von Szenarien anhand von Kritikalitätsmetriken (z.B. Restabstand) durch Parametervariation (Szenarienvielfalt) zu identifizieren und anschließend die Simulationsergebnisse immer wieder durch gezielte Versuche auf dem Prüfgelände zu bestätigen. Hier galt es, Lösungen für ein systematisches Abprüfen der Systemgrenzen im Parameterraum zu entwickeln, die gewährleisten, dass ein autonomes System auch in Randbereichen zuverlässig reagiert. 

Im dritten Arbeitspaket „Prüfmethodik“ wurde eine Prüftechnik entwickelt, die es erlaubt, Szenarien schließlich unter realen Bedingungen auf dem Prüfgelände präzise mit programmierbaren Testobjekten nachzustellen.

Als viertes Arbeitspaket rundet das Testen der Szenarien im realen Feldversuch das PEGASUS- Teilprojekt „Testen“ ab. In Fällen, in denen die Modelle noch nicht vollständig fertiggestellt wurden, bildet der Feldtest eine sinnvolle Ergänzung.

Mehr über das PEGASUS Projekt hier

Bildquellen: Daimler AG