Rechenzentrum im All? Googles Chips fliegen erst zum Test
Google schickt am 1. Oktober vier KI-Chips in den Orbit. Der erste Flug prüft, ob die Hardware Start, Strahlung und Hitze übersteht.
Google schickt am 1. Oktober vier KI-Chips in den Orbit. Langfristig will der Konzern dort Rechenzentren betreiben, die mit Sonnenstrom rechnen. Der erste Flug klärt eine bescheidenere Frage: ob die Chips Start, Strahlung und Hitze überstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Google startet am 1. Oktober einen Testsatelliten mit vier KI-Chips. Er fliegt mit der SpaceX-Mission Transporter-18 und sammelt Betriebsdaten.
- Im Orbit gibt es laut Google bis zu achtmal so viel Solarstrom wie am Boden. Mit dieser Zahl begründet Google, warum Rechenzentren ins All sollen.
- Die Chips rechnen nach Recherchen der New York Times nur 15 Minuten am Stück. Danach müssen sie zur Kühlung abschalten.
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Ein Satellit, vier Chips, ein Testflug
SpaceX bringt am 1. Oktober 2026 mit einer Falcon 9 die Sammelmission Transporter-18 ins All. An Bord ist ein Prototyp, den Google gemeinsam mit dem Erdbeobachtungsbetreiber Planet gebaut hat. Er trägt vier Tensor Processing Units, kurz TPUs. Diese Chips nutzt Google in seinen Rechenzentren für KI-Berechnungen.
Das Vorhaben heißt Project Suncatcher. Travis Beals leitet es in der Google-Forschungsabteilung Paradigms of Intelligence. In seiner Ankündigung vom 24. September fasst er das Ziel des Flugs in einer Frage zusammen: Funktioniert die KI-Hardware im All überhaupt?
Was ist Project Suncatcher? Project Suncatcher ist Googles Forschungsvorhaben für Rechenzentren im Orbit. Der erste Prototyp trägt vier KI-Chips und fliegt am 1. Oktober 2026 mit SpaceX. Er soll zeigen, ob die Hardware den Start und den Betrieb im Vakuum aushält.
Sonne fast rund um die Uhr
Googles Argument für den Orbit ist Energie. Satelliten in niedriger Umlaufbahn stehen fast durchgehend in der Sonne. Laut Google erzeugen sie dort bis zu achtmal so viel Solarstrom wie eine Anlage am Boden.
Rechnen im Viertelstundentakt
Die Kehrseite ist die Wärme. Im Vakuum gibt es keine Luft, die Hitze abtransportiert. Ein Satellit kann sie nur abstrahlen.
Nach Recherchen der New York Times arbeiten die Chips deshalb nur 15 Minuten am Stück und schalten dann zur Kühlung ab. Der Satellit verfügt demnach über rund ein Kilowatt elektrische Leistung.
„Kann unsere KI-Hardware im All arbeiten?“
Travis Beals, Google, Bekanntmachung vom 24. September 2026
Der Verbund kommt frühestens 2027
Ein Rechenzentrum entsteht erst, wenn viele Satelliten zusammenarbeiten. Google plant dafür 2027 zwei weitere Testsatelliten. Sie sollen zeigen, ob sich Satelliten untereinander mit hoher Bandbreite verbinden lassen.
Spätere Generationen sollen laut Heise Dutzende Beschleuniger tragen und per Laser miteinander kommunizieren.
Gartner hält die Idee für Wahnsinn
Die Analysten von Gartner nannten orbitale Rechenzentren Anfang des Jahres den „Höhepunkt des Wahnsinns“. Sie sehen drei Hürden: die Kosten für den Transport ins All, die Datenverbindung zurück zur Erde und die Kühlung im Vakuum.
Der Testflug liefert erste Daten zur dritten Hürde. Den nächsten Schritt plant Google für 2027.
Häufige Fragen
Nennt Google selbst eine Laufzeit der Chips?
Nein. Die 15 Minuten stammen aus der Recherche der New York Times. Google beschreibt den Flug als Test, ob die Hardware im All funktioniert.
Können Unternehmen schon im All rechnen lassen?
Nein. Google kündigt für den Prototyp kein Angebot an. Wer KI-Rechenleistung braucht, bleibt auf Rechenzentren am Boden angewiesen.
Was spricht laut Gartner gegen Rechenzentren im All?
Gartner nennt die Transportkosten, die Datenverbindung zur Erde und die Kühlung. Google hat dazu bislang keine Kostenrechnung vorgelegt.
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